Stimmen

Eine Betrachtung von Leben, Werk und Nachlass zum 90. Geburtstag von Gerenot Richter | von Michaela Gericke […]
Ab Mitte der 1970er Jahre konzentriert sich Gerenot Richter technisch ganz auf die Radierung – die Lithografie gibt er vollkommen auf – und motivisch auf die Natur- und Kulturlandschaft. Es ist eine Zeit, in der viele Künstler zu einer subjektiveren Sichtweise auf die Realität […]
Der Baum ist ein universelles Symbol in vielen Kulturen. Um diese Symbolik zu begreifen, muss man die Bäume sehen und erleben im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten. Richter hat das immer wieder bei seinen Aufenthalten in der Natur getan. Still stehen sie, in der Erde verwurzelt, voller Leben, immerfort wachsend, mit allen Elementen in Verbindung stehend […]
„Werkschau in 6 Kapiteln“ nennen die Veranstalter eine Hommage an den Berliner Grafiker Gerenot Richter anlässlich seines 90. Geburtstages und 25. Todestages im Jahr 2016. Die Ausstellungsreihe wird in sechs Galerien in und um Berlin vom Mai dieses Jahres bis zum April nächsten Jahres gezeigt. Sie folgt keinem chronologischen Prinzip, sondern ist nach Werkgruppen geordnet […]
Maren Simon (*1962), Malerin, Bildhauerin und Zeichnerin aus Potsdam über Gerenot Richter […]
Gerenot Richters druckgrafisches Werk, in nur einem Vierteljahrhundert entstanden, zeigt zunehmend eine Konzentration auf gleichnishafte Bilder. In einer sich verschränkenden Bezugnahme zwischen Mensch, Natur und Kunst begleitet Richter mit verschlüsselten Kommentaren seine Zeit […]
In den besten seiner Bilder kann der geduldige, forschende, aber auch genießende Betrachter ganz neue Einsichten in die Einbindung des Menschen, der menschlichen Leistung in die Großartigkeit von Flora und Fauna finden. Im Nachspüren bis ins kleinste Detail und im Aufzählen ihrer Vielfältigkeit liegt die Faszination seiner grafischen Blätter […]
Es sind keineswegs bloße Stadtveduten, wenngleich Gerenot Richter bei seinen Berlinansichten weitgehende topographische Treue bewahrt hat. Ihm ging es also nicht nur um die Physiognomie, sondern auch um den Charakter und die Biografie eines Architekturkomplexes […]
Mitte der 1970er Jahre hatte Gerenot Richter seine Kunstkonzeption ausgebildet. Alles, was er vordem geschaffen hatte, war, an Späterem gemessen, nur Erkundung von Gestaltungsmöglichkeiten und Suchen einer ihm gemäßen Ausdrucksweise […]
Die Bilderwelt, die er uns hinterlassen hat, enthält vieles: beglückende Blumenstücke, zerfahrene Wege, die in begrenzte Tiefe führen und immer wieder Bäume, lebenstrotzende, versehrte und verendete. Architektur finden wir in ihr, Lobgesänge auf kunstsinnige Baumeister […]
Die hier gezeigten Kaltnadel-Arbeiten, Aquatinten und Radierungen sind dem Schaffen eines Mannes geschuldet, der in unvergleichlicher Weise leidenschaftlicher Künstler, verlässlicher Mensch, wacher Zeitgenosse, begnadeter Lehrer war. Mehr als 30 Jahre wirkte er am Institut für Kunstpädagogik der Humboldt-Universität. Die Laudatio von Dr. Ljudmila Bruchholz zu einer Ausstellung im Februar 1992 anlässlich des zweiten Todestages des Künstlers können Sie in diesem Blogbeitrag nachlesen […]
Für mich gilt es, mit der Tatsache zurecht zu kommen, dass Gerenot Richter, den ich aus langjähriger und benachbarter Zusammenarbeit als einen geradlinigen, unkomplizierten Menschen kenne und schätze, so krumm- und krauslinige, hochkomplexe und hintergründige Bilder macht. Das Problem löst sich, weil man bei genauerem Hinsehen hinter der Komplexität eine gerade Linie im Zugehen Gerenot […]
Gerenot Richters Weg verfolge ich seit langem mit Aufmerksamkeit und Sympathie. Seinen Anfang muss man irgendwo in den frühen 1960er Jahren suchen, als sich hierzulande die bildnerische Fantasie noch vornehmlich an der Erscheinungswelt entzündete. Die zahlreichen Stadtlandschaften, die der Künstler damals zeichnete oder radierte, waren malerisch gesehen: die Welt als ein sich stetig verändernder Sinneseindruck. […]
Auffallend ist sein Wunsch, nicht aufzufallen. Besonnenheit und Agilität – ein seltener Kontrast – vereinen sich bei ihm in glücklicher Weise. Seine Bescheidenheit und Scheu sind echt. Sie paaren sich mit dem Sinn fürs Praktische und Nützliche … Der Text von Roland Berger gibt Aufschluss über die Persönlichkeit des Künstlers und Hochschullehrers Gerenot Richter […]