
„Im Individuellen das Zeitgeschehen, im Ausschnitt einen Weltzusammenhang erfassbar machen, war Schaffensmaxime dieses Romantikers mit scharfem Verstand. Indem er sie verwirklichte, hinterließ er einen Beitrag zur Kunstgeschichte von außergewöhnlichem Rang und symptomatischer Gültigkeit.“
Peter H. Feist
Der Berliner Grafiker und Hochschullehrer Gerenot Richter ist früh gestorben. Die Zeit, in der er – nach seiner Lehrtätigkeit an der Humboldt-Universität – ein Alterswerk hätte schaffen können, war ihm nicht vergönnt.
Dass er sich in der Phase der deutschen Wiedervereinigung als Künstler nicht mehr zu Wort melden konnte, hat die Rezeption seines reichen grafischen Œuvres in der gesamtdeutschen Kunstwelt sicher erschwert. Inzwischen haben die poetischen Grafiken Gerenot Richters längst neue Freunde und Bewunderer gefunden.
Diese Webseite soll die Begegnung mit dem künstlerischen Werk von Gerenot Richter unterstützen und den Zugang zu vorhandenem Text- und Bild-Material erleichtern.
Gerenot Richter zum 100. Geburtstag: Einladung zur Austellungseröffnung am Freitag, 6. März 2026 um 18:30 Uhr
Im Januar 2026 erhielt das Heimatmuseum Warnemünde zehn Handzeichnungen und eine Radierung von Gerenot Richter. Alle elf Arbeiten wurden dem Museum von der Familie des Künstlers als Schenkung übereignet.
Eine Methode, Sitzungen und Versammlungen im universitäten Alltag mit etwas Sinnvollem zu füllen, waren für Gerenot Richter seine Skizzen in den Sitzungsprotokollen. Sie waren nicht für die Öffentlichkeit gedacht, aber eine kleine Genugtuung. So konnte Richter die "vergeudeten Stunden" vor sich selbst besser rechtfertigen.