Die folgende Übersicht orientiert sich an der Hängung der Bilder in der Ausstellung und ist den jeweiligen Wandseiten zugeordnet. Weitere Informationen zu den Kunstzitaten finden Sie am Ende des Beitrages. Ergänzend dazu haben wir einen Link zu einem Text von Gisold Lammel über die „Kunstdialoge“ im Werk von Gerenot Richter eingefügt.


















Eine Besonderheit in Richters Radierungen sind die zahlreichen Verweise auf Werke der von ihm verehrten Meister und Wahlverwandten aus der Kunstgeschichte. Auf den ersten Blick bringen diese Zitate seine besondere Ehrerbietung gegenüber den großen Vorbildern zum Ausdruck, die ihm gleichermaßen Lehrmeister und Inspiration waren.
Ein Beispiel dafür sind seine Arbeiten zu Dürers 450. Todestag. So integriert er in seinen „Traum des Podagristen“ gut sichtbar die Kopie eines Ausschnitts aus dem gleichnamigen Kupferstichs von Dürer. Weniger offensichtlich ist das Zitieren aus Dürers „Melencolia“. Hier müssen die Betrachtenden das namensgleiche Werk von Dürer direkt vor Augen haben, um das Zitat daraus in Richters Radierung aufzuspüren.
In späteren Arbeiten, wie etwa den großen Gleichnissen, webt Gerenot Richter Kunstzitate in seine eigenen grafischen Strukturen kaum sichtbar ein. Ehe wir eines Zitats gewahr werden, müssen wir uns in seine Bildwelten versenken.
Manchmal ist es notwendig, die verschiedenen Ebenen Stück für Stück mit den Augen abzutasten, um fündig zu werden. Hilfestellung für die Suche können die Bildtitel sein – sie sind eine Wegweisung, die ahnen lässt, woher etwa eine mittelalterliche Figur stammt, die wir plötzlich, wie aus dem Nichts, entdeckt haben.
Das Auffinden von Kunstzitaten kann ein spannender Prozess beim Betrachten von Richters Grafiken sein. Sie ist allerdings keineswegs die Voraussetzung für das Verständnis eines Werks. Auch wer einzelne Details nicht als Zitat wahrnimmt und entschlüsselt, hat sein Vergnügen daran, nicht ganz in ein Bild „Passendes“ zu entdecken und für sich zu interpretieren.
Unsere Übersicht erleichtert es, in Richters Radierungen gefundene Kunstzitate auf deren Urheber zurückzuführen. Die großen Namen, die der Künstler zitiert, machen zugleich den universellen kulturellen Zusammenhang erfahrbar, nach dem Richter in seinen Bildkompositionen strebt. Wir erfahren, wo sich er sich als Künstler des ausgehenden 20. Jahrhunderts sieht und gesehen werden will. Richter nutzt die Zitate also gleich in mehrfacher Hinsicht, um kunsthistorische Dialoge zu führen, die eigene Arbeit zu verorten und Hommagen an seine Vorbilder zu schaffen.
Die Auseinandersetzung mit den Kunstzitaten in Richters Radierungen, vom Kunstwissenschaftler Gisold Lammel als „Kunstdialoge“ definiert, ist ein wichtiger Schlüssel zu Richters Geisteshaltung. Die von ihm verwendeten Kunstzitate belegen seine tiefe Ehrfurcht vor dem Reichtum der Natur und der Kunst. Die Art und Weise, wie er sich mit seinen Wahlverwandten verbindet, gleicht deshalb oft einer Warnung, vor dem, was für die Menschheit auf dem Spiel steht. Er verbindet diese immer mit der Hoffnung, dass wir imstande bleiben, die uns umgebende Welt zu bewahren und zum Guten weiterzuentwickeln.
Eröffnung der Ausstellung „Landschaft als Erinnerung“ – Aus dem Radierwerk von Gerenot Richter
Laudatio von Dr. Katrin Arrieta, Amtierende Direktorin Kunstmuseum Ahrenshoop
Warum im Kunstmuseum Ahrenshoop? Zum einen, weil der Künstler gern hierher kam und die Ostseeküste ein oft gestaltetes Motiv in seinem Œuvre ist. Eine vorgesehene Schenkung aus dem Nachlass an unser Museum war der Anstoß für diese Ausstellung. Der Hauptgrund aber ist die Qualität der Arbeiten: Gerenot Richter war ein Meister der Radierung. Sein Werk umfasst auch eine Vielzahl Zeichnungen, Aquarelle, Pastelle und Gemälde. Die Bedeutungstiefe gleichnishafter Formulierungen und die technische Raffinesse aber lassen seine Druckgrafik herausragen und stellen Richter in eine Traditionslinie mit namhaften Radierern seit der Renaissance.
Gerenot Richter verstarb 1991, und im Umbruch der Nachwendejahre, der – wie wir wissen – auch mit einem künstlerischen Paradigmenwechsel für den Galerie- und Museumsbetrieb einherging, hätte seine Arbeit völlig in Vergessenheit geraten können. Freunde und Familie haben dem entgegengewirkt. So gilt mein Dank unserer langjährigen ehrenamtlichen Museumsbegleiterin Johanna Dutz, die mich vor etwa drei Jahren mit Christina Wilsky, einer früheren Schülerin Gerenot Richters, zusammenbrachte. Aus dem Treffen erwuchs der Kontakt zum Nachlass des Künstlers. Ich danke Christina Wilsky dafür, und ich danke Herrn Dr. Ekkehard Richter für den umfangreichen Einblick in das Schaffen seines Vaters, die umfassende Information und die Möglichkeit, ein Konvolut für diese Ausstellung zu wählen. Der allergrößte Teil der hier gezeigten Werke wird im Kunstmuseum bleiben – hierfür danke ich auch Frau Dr. Gerburg Richter, die zusammen mit ihrem Bruder die Schenkung vornimmt. Ich freue mich zudem darüber, dass wir in der Ausstellung zusätzlich zu den Drucken einige originale Druckplatten und Werkzeuge zeigen können, die Gerenot Richter für seine Arbeit genutzt hat. Das ist wichtig für ein besseres Verständnis der technischen Seite dieser Kunst, die angesichts der vielen heute üblichen digitalen Möglichkeiten Bilder zu erschaffen sicher nicht mehr ohne Weiteres zugänglich ist.
Sie, die heute hier sind, kennen wahrscheinlich die Geschichte, die parallel zur ersten Blütezeit des Holzschnitts in Europa Fahrt aufnahm. Beide Techniken dienten der Vervielfältigung und Verbreitung von Bildern – zu Beginn des 16. Jahrhunderts war das eine revolutionäre Entwicklung, die das Aufkommen des Buchdrucks begleitete und viel mehr Menschen als zuvor einen unabhängigen Zugang zu den Inhalten solcher Bilder ermöglichte. Die Radierung entfaltete sich als Reproduktionsgrafik, aber von Anfang an auch als eigenständige künstlerische Ausdrucksform. Im Laufe der Jahrhunderte erfanden Künstler immer raffiniertere Methoden, um die Bildillusion und den Ausdruck von Radierungen zu verfeinern und zu steigern. Dabei kamen unterschiedliche mechanische und chemische Werkzeuge und Mittel zum Einsatz. Vom Kupferstich über die Kaltnadel und die Schabtechnik hin zu den verschiedenen Formen der Ätzradierung: der Strich- und Flächenätzung, der Aquatinta.
Künstler der Renaissance, des Barock, der Romantik und der klassischen Moderne haben sich dieser Techniken meisterhaft bedient: Albrecht Dürer, Jacques Callot, Hercules Seghers, Rembrandt, Francisco de Goya, Max Klinger oder Horst Janssen, um nur einige zu nennen. Sie trugen dazu bei, dass Kunst Verbreitung fand und erschwinglich wurde, auch für Menschen mit mittleren und kleineren Geldbeuteln. Heute finden wir es selbstverständlich, dass fast jede und jeder Zugang zur Kunst hat – die Existenz von Museen sorgt dafür, und das ist gut und wichtig so. Kunst ist zwar auch eine exklusive Ware, aber sie ist genauso Bestandteil unserer Demokratie. Längst werden die analogen Techniken der Druckgrafik nur noch künstlerisch verwendet – und in diesem Kontext sind sie aktuell geblieben, denn das Handwerkliche, mit der menschlichen Physis Verbundene ist ein Wert mit großem eigenschöpferischem Potential.
Gerenot Richter ist zu früh verstorben, um die Möglichkeiten digitaler Bilderzeugung und Bildbearbeitung zu erleben, die heutzutage weitgehend durch künstliche Intelligenz vorgenommen werden können. Vielleicht hat er diese Entwicklung vorausgesehen – jedenfalls setzte er ihr die ganze Kraft seines Handwerks und seiner Fantasie entgegen. Wer sich in seine Grafiken vertieft, erkennt sofort: diese Blätter sind physisch, sind unübersehbar handgemacht bis in die winzigsten Strukturen hinein. Was das für den Arbeitsprozess des Künstlers hieß, erahnt, wer seine Werkzeuge betrachtet – bis hin zur Lupe, die er immer wieder verwendete. Nur die Presse fehlt, mit deren Hilfe Richter seine Drucke eigenhändig von den aufwändig bearbeiteten Platten abgezogen hat. Er beherrschte das gesamte Repertoire dessen, was auf dem Feld der Radierung technisch möglich ist. 1926 in Dresden geboren, studierte er dort, in Leipzig und Berlin erst Kunsterziehung, später Malerei und Grafik an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee. Zwischen 1955 und 1989 unterrichtete er an der Humboldt-Universität Berlin, zuletzt als Professor für Malerei und Grafik. Als Radierer entwickelte Gerenot Richter seine größte künstlerische Stärke. Der Widerstand des Materials und die daraus erwachsende Notwendigkeit, die Arbeitsvorgänge nicht nur minutiös zu planen, sondern auch in allen Phasen mit äußerster Disziplin durchzuhalten, führten zu Ergebnissen von höchster Dichte und Prägnanz.
Nur auf den ersten Blick wirken die komplexen Bildfindungen Gerenot Richters „fotografisch“ – im Sinne jener scheinbaren Wirklichkeitstreue, die wir gewöhnlich so bezeichnen. Tatsächlich sind sie weitgehend erfunden. Es handelt sich um fantasierte Landschaften, die aus Fragmenten von Erinnerung und Reflexion bestehen, visuell wie geistig und emotional. Das Schicksalsthema steht dabei im Vordergrund, durchzieht die Inszenierungen wie ein roter Faden. Je weiter sein Werk fortschreitet, desto facettenreicher und vielschichtiger werden die grafischen Gebilde. Allmählich verliert sich der anfangs vorherrschende ornamentale Zug zugunsten „wilderer“ Strukturen, die nicht nur verschlungener, sondern auch ungebändigter daherkommen – scheinbar ein Gegensatz zur disziplinierten Arbeitsweise Richters. Im Unterschied zu anderen modernen Künstlerinnen und Künstlern, die für ungebändigt wirkende Strukturen gerne Zufälle in ihren Arbeitsprozess einlassen, hat Gerenot Richter das Ungebändigte in eine konsequent durchdachte, adäquate Form gebracht. In seiner Serie „Nach dem Sturm“ vom Anfang der 1980er Jahre erlangte diese Form eine apokalyptische Ausstrahlung.
Es verbinden sich darin natürliche Phänomene – wie Wetter und Verwitterung, das Brechen, Zerfallen und Umschichten von Formationen aus Sand und Gestein, das Blühen, zähe Standhalten und manchmal plötzliche Vergehen von Vegetation – mit kulturellen Spuren, die auf den weitreichenden, unerhört verzweigten und rätselhaften Raum der Geschichte verweisen: Spuren aus der Mythologie, aus Architektur und Kunst, aus Dichtung und Musik vergangener Zeiten. Der Künstler hat sie in seine Kompositionen eingestreut, mal offensichtlich, mal versteckt. Die menschliche Figur, zuweilen als Zitat aus Werken anderer Künstler, ist im Dschungel des Geschehens meistens als kaum sichtbarer Akteur zugegen – ohne Zweifel auch ein Hinweis auf das überlegene Format des landschaftlichen Raumes im Vergleich zum Maßstab, den der Mensch aus seiner physischen Beschaffenheit heraus umspannen kann. Ein Hinweis aber – umgekehrt – auch auf das Unermessliche der psychischen Dimension, in der sich Menschen über weit voneinander entfernte Zeiten und Territorien hinweg begegnen können. Richter hat sich dem mit Leidenschaft gewidmet. Seine Bildbotschaften zeugen davon und laden zur Wahrnehmung ein.
Übersicht über die Exponate der Ausstellung […]
Kunstzitate in Radierungen von Gerenot Richter […]
WV II-011 Am Strand
Die Folge Rügen '74
WV II-041 terra mater
WV II-042 Wissower Ufer
WV II-043 Muglitz
WV II-044 Freetz
WV II-045 Bakenberg
WV II-068 Putbus
Die Folge Standläufer
WV II-061 Strandläufer I
WV II-062 Strandläufer II
WV II-063 Strandläufer III
WV II-064 Strandläufer IV
WV II-065 Strandläufer V
WV II-066 Strandläufer VI
WV II-138 Strandläufer VII
Die Folge Dürers 450. Todestag, 1977
WV II-075 Der Traum … Dürer
WV II-076 Melencolia
WV II-077 Meerwunder
WV II-078 Das große und das kleine Glück
WV II-081 Am Bodden
WV II-087 Usadel III (2 Fassungen, sw + farbig)
WV II-092 Unter hohem Himmel
WV II-093 Acis und Galatea
WV II-094 Funde am Hohen Ufer
WV II-115 - WV II-120 Verletzte Bäume I - VI (Zusammendruck)
WV II-121 - WV II-126 Friedliche Landschaften (Zusammendruck)
Die Folge Nach dem Sturm
WV II-131ff Nach dem Sturm I bis VI + IIA
WV II-144 Bodden
Aus der Folge Gleichnisse
WV II-188 Gleichnis I
WV II-192 Ging heut’ morgen …
WV II-210 Der ungetreue Hirte
WV II-222 Die Blinden
WV II-263 Eustachius
WV II-282 Begegnung (Bremer Iris)
WV II-304 Herbstlicht
WV II-207 für M. S.
WV II-213 D 1500 Das Meerwunder
WV II-108 Das Kind (Zink)
WV II-181 Torso VIII (Messing)
WV II-183 Torso X (Messing)
WV II-207 für M. S. (Acryl)
sowie Radierwerkzeuge und Vergrößerungsbrille
Mit Gerenot Richter ehren wir einen bedeutenden Grafiker zu seinem 100. Geburtstag. Warum im Kunstmuseum Ahrenshoop? Zum einen, weil der Künstler gern hierher kam und die Ostseeküste ein oft gestaltetes Motiv in seinem Œuvre ist. Eine vorgesehene Schenkung aus dem Nachlass an unser Museum war der Anstoß für diese Ausstellung.
Der Hauptgrund aber ist die Qualität der Arbeiten: Gerenot Richter war ein Meister der Radierung. Sein Werk umfasst auch eine Vielzahl Zeichnungen, Aquarelle, Pastelle und Gemälde. Die Bedeutungstiefe gleichnishafter Formulierungen und die technische Raffinesse aber lassen seine Druckgrafik herausragen und stellen Richter in eine Traditionslinie mit namhaften Radierern seit der [lesen Sie hier die vollständige Laudatio von Dr. Katrin Arrieta]
Übersicht über die Exponate der Ausstellung […]
Kunstzitate in Radierungen von Gerenot Richter […]

Mehr Infos finden Sie unter diesem Link des Kunstmuseums Ahrenshoop
Abbildung
oben: Gerenot Richter am Strand von Ahrenshoop, 1983 (Foto: privat)
Ingeborg Richter wurde am 23.09.1929 in Rostock geboren. Kriegsbedingt erlebte sie eine entbehrungsreiche Kindheit und Jugend – die Familie verlor ihr gesamtes Hab und Gut nach einem Bombenangriff auf Rostock und später den ältesten Sohn, der als Funker nie direkt an Kriegshandlungen teilgenommen hatte.
Ihren späteren Mann Gerenot lernte Ingeborg im Januar 1951 in Berlin kennen, bevor sie kurz darauf Ostdeutschland für ein Volontariat als Handelsgehilfin in Witten an der Ruhr verließ. Das junge Paar heiratete 1952 und bekam 1954 einen Sohn.
In den ersten Jahren ihrer Ehe sahen sich Ingeborg und Gerenot nur am Wochenende. Ingeborg lebte inzwischen in Dresden, in der Nähe der Schwiegereltern, während Gerenot in Berlin nach erfolgreich abgeschlossenem Studium seine berufliche Karriere vorantrieb. Erst 1958 konnte Ingeborg durchsetzen, zu ihrem Mann nach Berlin zu ziehen. Dort brachte sie 1959 eine Tochter zur Welt.
Ingeborg, die gern Kinderärztin oder Kinderkrankenschwester geworden wäre, stellte ihre eigenen beruflichen Ambitionen oft zurück. Mal brauchten ihre Eltern ihre Unterstützung, mal ihr Mann, dem sie im Interesse seiner künstlerischen Entwicklung immer den Rücken freihielt.
Der Einstieg in einen sie erfüllenden Beruf gelang Ingeborg nach mehreren Anläufen erst mit über 40 Jahren. Nach einem Intermezzo an der Humboldt-Universität zu Berlin als Sekretärin ihres Mannes leitete sie in der Berliner Charite über viele Jahre ein zentrales Schreibbüro mit 20 Mitarbeitenden.
Mit ihrem Team sorgte sie dafür, dass die auf Tonband diktierten ärztlichen Befunde schnell und zuverlässig verschriftlicht wurden. In engem Kontakt mit dem medizinischen Personal erwarb sie sich dafür ein umfangreiches Fachwissen. Von den Chefärzten der Charité wurde sie für ihr Engagement und ihre Umsicht sehr geschätzt.
Ein jähes Ende fand Ingeborgs Berufstätigkeit durch die schwere Krebserkrankung ihres Mannes, den sie bis zu seinem Tod im Januar 1991 pflegte.
Über 30 Jahre ihres weiteren Lebens widmete sich Ingeborg mit Hingabe, Engagement und Sachverstand der Bewahrung des Nachlasses von Gerenot Richter. Unermüdlich klopfte sie bei Sammlungen und Museen an, beteiligte sich an der Organisation von Ausstellungen und erreichte damit, dass Gerenot Richter in den Wirren der 90er Jahre nicht in Vergessenheit geriet. Bei den sechs Ausstellungen anlässlich seines 90. Geburtstages konnte sie den Erfolg ihrer kräftezehrenden Arbeit nochmals genießen.
Aufgrund ihrer eigenen Erkrankung war es Ingeborg nach 2016 nicht mehr möglich, Gerenots künstlerischen Nachlass weiter zu verwalten. Sie übergab diesen schrittweise an ihren Sohn. Die Mitwirkung an den Ausstellungen und Würdigungen zu Gerenot Richters 100. Geburtstag war ihr nicht mehr vergönnt.
Ingeborg Richter verstarb am 29.03.2026 in Berlin. Ihre Kinder und Enkelkinder konnten sie auf ihrem letzten Weg bis zum Ende begleiten. Sie wurde am 15.04. neben ihrem Mann auf dem Friedhof „Am Bürgerpark“ in Berlin-Pankow beigesetzt.
Abbildung: Herbstlicht (für Ingeborg), 1989
Bei diesem Werk handelt es sich um die letzte Radierung von Gerenot Richter, die er in Vorahnung seines Todes seiner Frau Ingeborg widmete.
Die zweite Ausstellung anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Gerenot Richter“ zeigt Tiefdrucke und einigen Unikate aus dem gesamten Schaffen des Künstlers. Die Ausstellung wird vom 6. März bis zum 10. April 2026 in der Galerie der Berliner Grapikpresse zu sehen sein.
Galerie der Berliner Graphikpresse | Am Falkenberg 25 | 12524 Berlin (Altglienicke)


Der Verkaufskatalog zur Ausstellung ist Anfang März erschienen und kann unter diesem Link eingesehen werden. Reservierungen und Verkäufe der ausgestellten Werke werden dort regelmäßig aktualisiert.
Einführende Worte zur Eröffnung: Sabine Ulber
Musik: Lilly Pfarr, Querflöte
Abb.: Canna indica / Blumenrohr (1970) 70 x 55 cm, Öl auf Hartfaser


Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Familie Richter!
Wir sind heute hier zusammengekommen, um anlässlich seines im Dezember dieses Jahres anstehenden 100. Geburtstags an einen Künstler zu erinnern, dessen Werk ziemlich solitär in der Ostberliner Kunstszene, ja im gesamten Bezugsraum deutscher Nachkriegskunst dasteht.
Gerenot Richter war ein Vollblutgraphiker, insbesondere die Radierkunst beherrschte er wie kein Zweiter mit all ihren technischen Finessen. Er hat sich viele Jahre seiner künstlerischen Arbeit bewusst auf die Radierung konzentriert und im Meistern aller Feinheiten dieser Technik eine kaum zu übertreffende Intensität erreicht. Folgerichtig wählten seine beiden Kinder 100 wichtige Radierungen aus, mit denen Gerenot Richter nun im Onlineportal des Landesverbandes Künstlernachlässe Brandenburg e.V. vertreten ist. Auch unsere Geburtstagsausstellung hier stellt die Tiefdrucke Gerenot Richters in den Mittelpunkt und feiert den Künstler als Meister dieser Gattung …
… Gerenot Richter beherrschte virtuos alle Spielarten der Radierung. Kaltnadel, Strichätzung, Aquatinta und selbst Mezzotinto finden wir in seinen Graphiken, von der briefmarkengroßen Miniatur bis hin zu den ungewöhnlich großformatigen Blättern wie beispielsweise der Serie „Gleichnisse“. Sie wissen, ich habe beruflich wirklich viel Druckgraphik in den Händen – ich kann Ihnen versichern, dass man eine Qualität wie die in den Blättern Richters selten sieht.
Seine Platten druckte Richter regelmäßig selbst, auch hier zeigt sich sein außergewöhnliches handwerkliches Können. Doch natürlich diente diese handwerkliche Perfektion dem Künstler lediglich als Medium seines individuellen Ausdrucks, sie allein war nicht das Ziel seiner Bemühungen.
Keines seiner Blätter erschöpft sich in oberflächlicher Gefälligkeit, doch es erfordert genaues Hinsehen, Ruhe und Kontemplation, um dem Wesenskern seiner Graphiken näher zu kommen. Nicht umsonst war eine Ausstellung im Otto-Dix-Haus in Gera kürzlich überschrieben mit dem schönen Motto: „Nichts für Ungeduldige und Kurzsichtige!“ Jede Graphik Richters hat ihr Geheimnis. Nur dem aufmerksamen Betrachter zeigen sich versteckte Figuren und Gesichter. Diese versteckten Figuren sind häufig Bildzitate großer Vorgänger aus der Kunstgeschichte. Albrecht Dürer ist hier zuvorderst zu nennen, und ich glaube, man geht auch interpretatorisch nicht zu weit, wenn man Richters Graphik direkt in Traditionslinie eines Albrecht Dürers verortet. Weitere (auch hier in dieser Ausstellung) zu entdeckende Zitate stammen aus Werken von Caspar David Friedrich, Martin Schongauer, Pieter Brueghel oder Ernst Barlach.
In Gerenot Richters Kunst verschmelzen genaueste Naturanschauung und Formfindungen großer Kollegen der Vergangenheit zu einer genialischen Einheit. Natur und Menschenwerk, Werden und Vergänglichkeit – das sind die Spannungspole, aus denen Richters Bildthemen erwachsen. In ungeheurer Verdichtung entstehen so großartige Gleichnisse des Lebens schlechthin. Klaus Trende formulierte es so: „Die Graphik Richters liefert keine Momentaufnahmen. Es sind Elegien, elementare Oden, Näherungen an die Quellen des Naturkreislaufs. Bäume als Gleichnis der Lebensspanne, Ehrfurcht vor dem Detail, einem Grashalm, gebrochenem Holz, uralten Baumskeletten sind folgenreiche Entdeckungen dieser Blätter. Sie öffnen den Blick für das Wesentliche, für das Verständnis von Tod und Vergängnis. Daraus schöpft Richter in seinem Werk Kraft für die eigenen Ideen und bejaht das Dasein als groß und gefährdet. Richters Bilder befragen auf faszinierende Art die Zeit. Sie machen melancholisch und verweisen auf humane Möglichkeiten."
Wir haben es bei seinen Bildschöpfungen also mit einer eigenartigen Mischung aus Sachlichkeit, Detailfülle und genauester Beobachtung einerseits und geradezu fantastischer Poesie andererseits zu tun. Hinzu kommen die von Gisold Lammel so treffend benannten „Grenzüberschreitungen der Genres“. Landschaft, Stillleben und Allegorie überschneiden sich, ergänzt durch die bereits skizzierten zeitlichen Grenzüberschreitungen durch Bildzitate, die dem Brückenschlag zwischen Gegenwart und Vergangenheit dienen.
Daher möchte ich meine Ausführungen auch an dieser Stelle beenden und Sie zur eigenen Seh-Erfahrung ermuntern. Anschauungsobjekte finden Sie in unserer Ausstellung hoffentlich zur Genüge (auch in den ausliegenden Mappen darf gern geblättert werden).
Wer sich zu Gerenot Richter belesen möchte, dem sei unbedingt die liebevoll von seinen beiden Kindern gestaltete, ausgesprochen informative Homepage ans Herz gelegt. Dort finden Sie neben den vollständigen Werkverzeichnissen eine Vielzahl an Materialien von Eröffnungsreden über Zeitungsartikel und Stimmen zum Werk.
Ich möchte mich bei Herrn Richter an dieser Stelle auch für die überaus zuverlässige und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Vorfeld dieser Ausstellung bedanken!
Nun wünsche ich Ihnen viel Vergnügen beim Staunen und Entdecken, denn das kann man angesichts der graphischen Meisterschaft Gerenot Richters auf jeden Fall. Und falls Sie Fragen zu den Geheimnissen der Blätter haben, lohnt es sich, mit Ekkehard Richter ins Gespräch zu kommen – er kennt sie alle!
Sabine Ulber
Im Januar 2026 erhielt das Heimatmuseum Warnemünde zehn Handzeichnungen und eine Radierung aus dem Nachlass von Gerenot Richter. Alle elf Arbeiten wurden dem Museum von der Familie des Künstlers als Schenkung übereignet.
Das Heimatmuseum in Warnemünde wird vom gleichnamigen Museumsverein betrieben und von der Hanse- und Universitätsstadt Rostock gefördert. Eine Dauerausstellung lädt auf 240 qm zu einer Entdeckungsreise durch die Geschichte von Warnemünde ein. Darüber hinaus finden regelmäßig Sonderausstellungen und Lesungen statt.
Anlass für die Schenkung an das Heimatmuseum war Richters Geburtstag, der sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. Für das Jubiläum hat seine Familie den gesamten Nachlass des 1991 verstorbenen Künstlers neu geordnet und digitalisiert. Im Ergebnis wurden bisher nicht im Werkverzeichnis berücksichtigte Lithographien, Radierungen, Aquarelle, Gouachen, Gemälde, Skizzen und Handzeichnungen in ein Nachlassverzeichnis aufgenommen. Für Museen besteht nun die Möglichkeit, ihren Richter-Bestand auch durch weniger Bekanntes zu ergänzen. Das Heimatmuseum Warnemünde hatte Arbeiten von Gerenot Richter bisher nicht in seiner Sammlung.


Gerenot Richter wurde in Dresden geboren. Als Kind und als Heranwachsender verbrachte er seine Ferien vor allem im Erzgebirge. Er liebte die Berge, das Wandern und Skifahren, den Wald und Wiesen. Seit 1951 lebte er in Berlin.
Was verband ihn mit dem kleinen Ort Warnemünde? Die Schönheit Ostsee entdeckte Richter als Student der Humboldt Universität während verschiedener Praktika. Später verbrachte er an der Seite seiner Frau Ingeborg, einer gebürtigen Mecklenburgerin, ab und an ein paar Tage in Rostock. Im Sommer 1966 kam Richter für einige Wochen nach Rostock – zu diesem Zeitpunkt war er bereits Dozent für Theorie und Praxis der künstlerischen Gestaltung am Institut für Kunsterziehung der Humboldt-Universität.
Während seines Aufenthaltes entstand eine Vielzahl von Handzeichnungen. Im Ostseebad Warnemünde interessierten ihn das geschäftige Treiben der Fischer, die in den Hafen einlaufenden Schiffe, das sommerliches Strandleben oder stille, abgelegene Straßen voller Poesie. Einige der gezeichneten Motive finden sich später in seinen Lithographien und Radierungen wieder.
In den 70er Jahren veränderte Richter seinen Blick auf die Ostseeküste grundlegend. Nicht nur die Schönheit der Landschaft, auch die immerwährende Gefährdung faszinierten ihn. Entsprechend tauchten in seinen Handzeichnungen und Radierungen vom Wind zerzauste Bäume, zerklüftete Steilufer, blank gewaschene Baumstämme sowie bizarres Strandgut auf.
Nicht nur die Ostseebilder von 1966, auch weitere Arbeiten aus diesem Jahrzehnt seines Schaffens sind etwas in Vergessenheit geraten. Richter selbst trug dazu bei, denn er nahm sie weder in sein Werkverzeichnis auf noch zeigte er sie auf späteren Ausstellungen.
Seiner Witwe verdanken wir, dass aus den 1950er und 1960er Jahren dennoch Arbeiten erhalten geblieben sind. Sie geben Auskunft über sein zeichnerisches Können und belegen, dass sein Blick auf die ihn umgebende Welt schon immer sehr individuell geprägt war.
Wenn Richter zeichnete, hatte er oft beim ersten Strich schon die Gestaltung einer späteren Lithografie oder Radierung im Kopf. An dieser Arbeitsweise hielt er bis zum Schluss fest. Auch als er in den 70er Jahren zu einem Meister der Radierung reifte, blieb er dem Zeichenstift treu. Zu vielen seiner bekannten klein- und großformatigen Tiefdrucke gibt es im Werkverzeichnis beeindruckende Vorarbeiten – jede ein Kunstwerk für sich.
Für das Heimatmuseum Warnmünde sind Richter Zeichnungen von 1966 eine wertvolle künstlerische Ergänzung zum fotografischen Material über das beliebte Ostseebad. Sie werden bei den älteren Bewohnern Erinnerungen wecken und den Jüngeren einen Einblick in die Vergangenheit des Ortes ermöglichen. Zugleich dürften diese Begegnungen mit Richters Kunst eine Brücke zu seinem späteren Werk schlagen, das in diesem Jahr mehrfach geehrt wird.
Einige Handzeichnungen von Gerenot Richter, die in Warnemünde nun eine neue Heimat gefunden haben, werden voraussichtlich schon bald auf Ausstellungen zu sehen sein.
Gerenot Richter war ein besessener Zeichner. Er nutzte jede Gelegenheit, seine Ideen und Gedanken mit dem Stift festzuhalten. Als Hochschullehrer stand er jedoch permanent unter Zeitdruck. Denn zu seinen universitären Verpflichtungen gehörten lange Sitzungen und unzählige Versammlungen.
Das sprichwörtliche Herumgesitze und die endlosen Diskussionen empfand Richter oft als unnötig ermüdend. Er fühlte sich dadurch auch der produktivsten Stunden seines Tages beraubt. Eine Methode, die Sitzungen mit für ihn selbst Sinnvollem zu füllen, waren seine eigenen zeichnerischen Protokolle. Sie waren nicht für die Öffentlichkeit gedacht, aber zumindest eine kleine Genugtuung. So konnte Richter die "vergeudeten Stunden" vor sich selbst besser rechtfertigen.
Besonders gern skizzierte Richter seine Kolleginnen und Kollegen. Und so tauchten in seinen Arbeitsbüchern zwischen den schriftlichen Notizen, organisatorischem Kram oder den Themen seiner Fachgruppenarbeit zahllose Porträts auf. Oft waren sie als Karikatur gedacht. Denn auch für dieses Genre hatte Richter durchaus einen besonderen Sinn. Mitunter waren seine eher hingeworfenen Skizzen aber auch dazu geeignet, Erinnerungsstützen für ernstzunehmende spätere Vorhaben zu schaffen.

Die Richterschen Sitzungsprotokolle in seinen Arbeitsbüchern blieben bisher im Verborgenen. Sie zeigen eine Seite des Künstlers, die vermutlich damals nicht einmal seine porträtierten Kolleginnen und Kollegen zu Gesicht bekamen. Wir veröffentlichen in unserem Blog erstmals eine Auswahl, um den Kennern und Bewunderern der Kunst von Gerenot Richter einen Einblick in eine bisher nicht entdeckte Facette seines Talents zu bieten.
Leider sind Richters Arbeitsbücher in ihrer ursprünglichen Form nicht erhalten geblieben. Einige Skizzen hat der Künstler selbst ausgeschnitten und für sich in einem Ordner archiviert. Nach seinem Tod setzte seine Witwe das Ausschneiden fort, allerdings fiel es ihr schon damals schwer, die Skizzen zu beschriften. Richter hatte das in seinen Büchern oft vergessen oder wohl auch bewusst unterlassen.
Eine korrekte Zuordnung der Skizzen zu den "porträtierten" Personen ist uns ohne den Kontext der Arbeitsbücher erst recht nicht möglich. Auch die jeweilige Entstehungszeit lässt sich kaum noch nachvollziehen. Ungeachtet dessen sind Richters erheiternde Sitzungsprotokolle ein Schatz. Er verdient es, gehoben und in Erinnerung gerufen zu werden.
Dies geschieht auch im Zusammenhang der neuerlichen Sichtung und Ordnung des Nachlasses von Gerenot Richter anlässlich seines 100. Geburtstages im Jahr 2026. Denn einige der Sitzungsprotokolle werden im Kunstverein Templin e. V. eine neue Heimat finden.












































Kuratiert von Regina Weiss und Benno Hinkes
Mit Werken von Thomas Eller, Iman Hasbani, Benno Hinkes, Martin Honert, Abdulkarim Majdal Albeik, Wenfeng Liao, Gerenot Richter, Peter Strickmann, Kleopatra Tsali, Evgenija Wassilew, Bignia Wehrli, Regina Weiss
Die Ausstellung Die Zeit ist ein Ozean nähert sich dem Thema Zeit aus künstlerischer Perspektive. In ihr sind 12 Positionen versammelt – von Zeichnung und Druckgrafik über Skulptur und Rauminstallation bis hin zu Performance, Sound- und Videoarbeiten.
Mit der Ausstellung soll das Phänomen der Zeit erfahrbar werden. Die Besucher:innen können in der Auseinandersetzung mit in den sehr unterschiedlichen künstlerischen Arbeiten einen jeweils eigenen Zugang zum Thema finden. In einer Video-Lounge werden zusätzlich zur Austellung in der filmische Arbeiten präsentiert.
Beide hier abgebildeten Arbeiten sind in der Ausstellung Die Zeit ist ein Ozean zu sehen. WV II-190 Tödliche Stille, Radierung und Aquatinta, 12 x 12 cm (siehe oben)
Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.



Ausstellung vom 15. November 2025 bis 13. Januar 2026 | Galerie im Neuen Rathaus Templin

Der Templiner Kunstverein zeigt in seiner 200. Ausstellung Zeichnungen und Radierungen von Gerenot Richter anläßlich des 100. Geburtstages des Künstlers. Ungewöhnlicherweise werden nicht nur die repräsentativen Blätter, z.B. die großen Gleichnisse gezeigt, wie man es eigentlich von einer Ausstellung zu diesem Anlass erwarten würde, sondern viele Zwischen-ZUSTÄNDE, die seinen Arbeitsprozess „Von der Idee zum Bild“ verdeutlichen sollen – eine Arbeitsausstellung des vor fast 35 Jahren verstorbenen Künstlers. Es ist eine ganz besondere Ausstellung, die uns heute noch ermöglicht, dem Künstler über die Schulter zu schauen!
Gerenot Richter ist in Templin kein Unbekannter mehr. 2016 fand eine der sechs Ausstellungen der Werkschau zu seinem 90. Geburtstag hier statt. Diese Ausstellung stellte unter dem Titel TERRA MATER & HERBSTLICHT Arbeiten aus seinem Früh- und Spätwerk gegenüber, so wurde eine Zweiteilung seines Werkes gut sichtbar. In der ersten Periode integrierte sich Richter völlig in den Stil der Zeit (1960er Jahre) und in der zweiten erreichte er mit der zunehmenden Individualisierung in der Kunst der DDR auch die Vollendung seines eigenen Individualstils.
Dieser künstlerische Entwicklungsprozess war bei ihm zunächst ein Vorgang der Beschränkung, der zunehmenden Konzentration auf die Technik der Radierung; Ölmalerei, Aquarelle, Gouachen und Lithographien gibt es von ihm nur bis zum Beginn der 1970er Jahre.
Die aktuelle Ausstellung wirdmt sich hauptsächlich dem Zeitabschnitt dazwischen. Die meisten der ausgestellten Arbeiten sind in den späten 1970er Jahren und den frühen 1980er Jahren entstanden. Das ist bei Gerenot Richter eine Zeit des Suchens und Experimentierens mit den Techniken des Tiefdrucks. Sehr schön zu sehen ist dieser beginnende Umbruch der Arbeitsweise an der Folge Strandläufer von 1976 / 1977 im Vergleich von Strandläufer I und III mit dem Strandläufer II.
Richters jüngerer Kollege Roland Berger beschrieb 1986 Richters Arbeitsweise in einem Artikel in der Zeitschrift Kunsterziehung folgendermaßen:
„Seine Motive findet Gerenot Richter in der Natur, in Landschaftszonen abseits der Touristenwege. [...] Nahezu demütig folgt er dem Angebot des Geschauten und versucht es zeichnerisch zu bannen.
Die druckgrafische Bearbeitung der Motive leitet dann einen komplizierten Prozess des Aussonderns, Verdichtens und Komponierens ein. Die zeichnerische Akribi in ihrer Mischung von Linie und Struktur wuchert zuweilen, ist überwältigend und von variantenreich ausgesuchter Fülle. Raumzonen schieben sich kulissenartig zusammen; Durchblicke geben dahinterliegendes frei; Details nimmt man mit Verblüffung wahr. Lebendes und Gewachsenes kontrastieren zu Gestorbenem und Erstarrtem. Dazwischen – plötzlich – Menschen: Strandläufer, Badende, Akte, Liebespaare.
Wer sich auf Richters Bilder einläßt, braucht Zeit. Der ästhetische Genuss ist nicht Augenblickssache. [...] Dem Betrachter wird freundlich zwingend abverlangt, mit den Augen auf Entdeckungsreise zu gehen und ein Geheimnis zu ergründen. Und ein Geheimnis haben die meisten Grafiken Richters.“
[zitiert nach: Roland Berger in: Kunsterziehung 12|86, S. 249]
Das trifft alles auch auf die 1979 entstandene Grafik Am Bodden zu, die am Anfang dieser Ausstellung steht und auch auf der Einladung abgebildet ist. Dieses Blatt hat ebenso die Idee zu dieser Arbeitsausstellung geliefert, denn es existieren von ihm nicht weniger als sechs Zustandsdrucke, von denen fünf in der Ausstellung zu sehen sind. Noch viele weitere Zwischenzustände muss diese Grafik durchlaufen haben, die nicht durch einen Probeabzug dokumentiert sind, um sich im Endergebnis dann doch kaum vom ersten Zustand zu unterscheiden.
Lesen Sie hier die vollständige Laudatio von Helmut Müller.
Beitrag von Michaela Kumkar im Uckermark Kurier vom 12. November 2025

Artikel von Frank Wilhelm im Nordkurier vom 15. November 2025

Lesen Sie unter dem oben stehenden Link weitere Informationen des Kunstvereins Templin zur Ausstellungseröffnung
Der Komponist und Cellist Thilo Thomas Krigar hat zwei Radierungen / Aquatinten aus dem Schaffen von Gerenot Richter für Cello vertont. Bei der Vernissage zur Ausstellungseröffnung im Neuen Rathaus Templin hat er beide Musikstücke selbst zur Uraufführung gebracht. Von den Anwesenden der Vernissage wurden die beiden Kompositionen mit viel Beifall bedacht.
Die Komposition zur Radierung "Am Bodden" spürt den vielschichtigen Details der Grafik nach und setzt diese eher in lautmalerische Sequenzen um – dem Blick eines imaginären Betrachters folgend, der die einzelnen Elemente und Motive von Richters Grafik erst nach und nach für sich entdeckt.
Das Flattern der Möwen, plätscherndes Wasser, ein zarter Wind, die Melodie des Flotenspielers … diese und viele andere Anklänge an die von Richter radierte Boddenlandschaft finden sich in der Komposition wieder. Krigar gestaltet dies allerdings frei von der Versuchung, Richters Grafik einfach nur zu illustrieren. Immer wieder ziehen sich überraschend dissonante und improvisierte Passagen durch das Stück, die sich von einem allzu romantisierenden Blick auf das Werk distanzieren.
Krigars Stück zu "Die Uhr im Lesesaal" fokusiert sich mit großer Intensität und emotionaler Wucht auf das Erlebnis von Zeit und deren Vergehen. Das Schlagen einer Uhr entwickelt sich zum eindringlichen, immer bedrohlicher werdenden Motiv. Dorthinein mischt sich trotziges Wehklagen – gespeist aus dem Erlebnis einer schmerzvollen Erfahrung und kaum zu stillenden Trauer über einen erlittenden Verlust.
Die Komposition weckt mahnende Gedanken an sinnlose Zerstörung – das Entsetzen darüber entlädt sich in hemmungslos wütenden Tonfolgen und Schlägen auf die Saiten des Cellos. Hierhinein webt der Komponist Töne, die um Vergebung zu ringen scheinen. Nur aus der Fähigkeit des Verzeihens lassen sich Hoffnung und Inspiration für einen Neuanfang schöpfen.



Thilo Thomas Krigar studierte an der UdK Berlin (Musiktheorie und Violoncello). Ende der 80er Jahre wandte er sich der Komposition zu. Sein künstlerisches Schaffen basiert auf einem lebenslangen Lernprozess. Wichtige Inspirationsquelle für ihn sind Kunst, Literatur und Wissenschaft und die Zusammenarbeit mit Schauspielern. Mit seinen Werken schafft Krigar ungewohnte und neuartige Verbindungen zwischen unterschiedlichen Ausdruckformen und regt zu einer intensiven Auseinandersetzung damit an. Als Komponist schuf er ca. 100 Werke. Als Cellist und Ensembleleiter war er an mehr als 2.000 Aufführungen in 32 Ländern beteiligt.
Weitere Informationen zu Thilo Thomas Krigar finden Sie hier.
15. November 2025 bis 13. Januar 2026 | Eröffnung: 15.11.2025 um 15 Uhr
Galerie im Neuen Rathaus Templin
Prenzlauer Allee 7
17268 Templin
www.kunstverein-templin.de
Anlässlich des Geburtstages von Gerenot Richter, der sich am 5. Dezember 2026 zum 100. Mal jährt, wird es mindestens fünf Ausstellungen an verschiedenen Orten geben, die sein künstlerisches Schaffen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Zu diesen Ausstellungen möchten wir unsere Freunde und Interessierte herzlich einladen.
In Planung befindet sich zudem eine weitere Ausstellung mit Werken von Gerenot Richter in Dresden, voraussichtlich im Jahr 2027. Darüber hinaus wird Helmut Müller gemeinsam mit seinem künstlerischen Kollegen Hartmut Hornung Anfang 2027 eine Ausstellung über Gerenot Richter und Johannes Prusko ausrichten. Müller und Hornung haben beide an der Humboldt-Universität zu Berlin bei Richter und Prusko studiert. Bitte informieren Sie sich auf unserer Website regelmäßig über Einzelheiten zu den verschiedenen Jubiläumsveranstaltungen. Aktuell stehen noch nicht alle Informationen vollständig zur Verfügung.
Unser Jubiläumsprogramm für Gerenot Richter startet am 15. November im Neuen Rathaus Templin. Wir freuen uns auf vielfältige Begegnungen mit allen, die sein umfangreiches Werk bereits kennen oder kennenlernen wollen.
Lesen Sie dazu auch die Ehrung von Klaus Hammer zum 100. Geburtstag von Gerenot Richter
15. November 2025 bis 13. Januar 2026 | Eröffnung: 15.11.2025 um 15 Uhr
200. Rathausausstellung Kunstverein Templin
100. Geburtstag von Gerenot Richter
Neben der Ausstellung von Schlüsselwerken in mehreren Zustandsdrucken werden auch bisher unbekannte Handzeichnungen und Skizzen gezeigt, die die Herangehensweise des Künstlers bis zum gewünschten Ergebnis nachvollziehbar machen. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Website des Kunstvereins Templin.
Laudatio: Helmut Müller
Musik: Thilo Thomas Krigar, Cello & Komposition
Begrüßung: Bürgermeister Christian Hartphiel (SPD)
Galerie im Neuen Rathaus Templin
Prenzlauer Allee 7
17268 Templin
www.kunstverein-templin.de
6. März bis 10. April 2026
Galerie der Berliner Graphikpresse
Am Falkenberg 25
12524 Berlin-Altglienicke
www.galerie-berliner-graphikpresse.de
23. Mai bis 19. Juli 2026 | Eröffnung: 22.05.2026 um 18 Uhr
Kunstmuseum Ahrenshoop
Weg zum Hohen Ufer 36
18347 Ostseebad Ahrenshoop
www.kunstmuseum-ahrenshoop.de
Öffnungszeiten April – Oktober: Dienstag – Sonntag: 11 – 18 Uhr
Oktober und November 2026
Krankenhauskirche im Wuhlgarten
Brebacher Weg 15, 12683 Berlin Biesdorf
25. November 2026 bis 10. Februar 2027 | Eröffnung: 25.11.2026
Galerie Anke Zeisler
Gethsemanestraße 9
10437 Berlin
www.galerie-zeisler.de
Bis zum 5. Oktober 2025 konnten Besucher des Museums Schloss und Festung Senftenberg in einer Sonderausstellung das künstlerische Gesicht der Lausitz wiederentdecken – oder erstmals kennenlernen. Zum Abschluss fand am 3. Oktober eine Führung des Kurators Bernd Gork statt. Als langjähriger Begleiter, Berater und Kenner der Sammlung konnte er den Besucher:innen viele interessante Details und auch manche kuriose Begebenheit schildern.
Die Kunstsammlung Lausitz wurde vor 40 Jahren am damaligen Kreismuseum Senftenberg gegründet, heute Musuem des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Insbesondere den bildenden Künstlern Günther Wendt, ehemals der Leiter der Sammlung, und Gerhart Lampa verdankt Senftenberg diesen Schatz an zeitgenössischer Kunst, der in den Jahren des Bestehens der Sammlung kontinuierlich angewachsen ist.
Heute beherbergt die Sammlung in Senftenberg über 2.500 Werke, in der auch so große Namen wie Ernst Barlach, Carl Lohse, Gerhard Richter, Harald Metzkes und Georg Baselitz zu finden sind. Schwerpunkt bilden Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken sowie Ölmalerei und Plastik.
Eine Besonderheit: Alle Künstler in der Sammlung wurden entweder in der Lausitz geboren, haben die Lausitz zu ihrer Wahlheimat gemacht, verbrachten wichtige Lebensphasen hier oder kamen immer wieder, um die vielfältige Landschaft und zugleich deren Zerstörung durch die Folgen des Tagebaus zu dokumentieren. Die Kunstsammlung spiegelt eine große Vielfalt an Stilen und künstlerischen Handschriften wider.
Auch über 60 Werke von Gerenot Richter kann die Kunstsammlung Lausitz ihr eigen nennen. 2006 wurde der 1991 verstorbene Künstler mit einer umfangreichen Sonderausstellung in der Galerie am Schloss gewürdigt.
In den regelmäßigen Ausstellungen der Kunstsammlung ist Gerenot Richter in der Regel mit zwei Werken vertreten: Mit seinem meisterhaften Spätwerk WV II-263 Gleichnis III (Eustachius) von 1987 und einem frühen Olbild mit dem Titel Am Stadtrand von Hoyerswerda (siehe Abbildung). Dieses Bild aus dem Jahr 1966 entstand im Ergebnis eines der vielen künstlerischen Praktika von Richter mit seinen Kollegen sowie mit Studierenden seines Instituts. Vorwiegend wurde dabei in der Gegend rund um Hoyerswerda und den Tagebau bei Knappenrode gezeichnet und aquarelliert.
Bei der Sichtung von bisher nicht veröffentlichten Werken aus Gerenot Richters künstlerischem Nachlass für die Übergabe an den Kunstverein Templin e.V. wurde erneut deutlich, welchen Eindruck das Gesicht der Lausitz bei Richter hinterlassen hat. Die Förderung der Braunkohle, dem Tagebau weichende Dörfer und idyllische Landschaften, trostlose Abraumhalden und qualmende Schornsteine, das alles findet sich seit den 60er Jahren in seinen zahlreichen Skizzen, Handzeichnungen, Aquarellen und Gouachen wieder.
Richter hat seine farbigen Arbeiten selbst nicht in sein Werkverzeichnis aufgenommen. Er fühlte sich später vor allem in der Technik der Radierung zu Hause und hat dort zu besonderer Meisterschaft gefunden. Insofern spiegeln die beiden Arbeiten in den regelmäßigen Ausstellungen der Kunstsammlung Lausitz den weiten Weg, den Richter in seiner kurzen Lebenszeit genommen hat.
Zugleich zeigt sich darin sein besonderer künstlerischer Ansatz: Richter blieb dem Gegenständlichen immer treu. Doch er entwickelte eine sehr eigenständige Herangehensweise an seine Motive und Themen und fand hierbei zu einem exzellenten Umgang mit den verschiedenen grafischen Techniken. Das machte Gerenot Richter gleichermaßen zum Außenseiter in der ostdeutschen Kunstszene wie zu einem wichtigen Vorbild für angehende Künstler, die nach einer individuellen Sprache suchten. Dass so viele seiner Schüler:innen, die er als Kunsterzieher:innen ausgebildet hat, später selbst eine künstlerische Laufbahn einschlugen, ist dafür ein deutlicher Beleg.
Unsere Website ermöglicht erstmals einen größeren Einblick in Richters farbige Arbeiten. Dieser ist unvollständig und wird es bleiben. Viele von Richters Arbeiten sind verschwunden oder nach seinem Tod nicht im Besitz seiner Familie verblieben. Leider liegen oft nicht einmal brauchbare Reproduktionen von den Werken vor. Für das Verständnis dieses Künstlers, dessen 100. Geburtstag ab November 2025 mit mehr als einer Handvoll Ausstellungen begangen wird, sind die hier inzwischen versammelten Arbeiten eine interessante und sehenswerte Ergänzung.
Kunstsammlung Lausitz | Museum Schloss und Festung Senftenberg
Bei dieser Ausstellung in der akanthus galerie auf dem Gelände Westwerk Leipzig treffen „zwei sehr unterschiedliche künstlerische Positionen aufeinander: Die abstrahierende Malerei von Hartmut Piniek (*1950) entführt uns in einen Zustand der Flüchtigkeit von Dingen und Erscheinungen, die nicht definierbaren Zeichen auf seinen Gemälden, könnten einer versunkenen wie auch einer zukünftigen Welt angehören“.
Gerenot Richter (1926-1991) hat uns äußerst detaillierte und feingearbeitete Grafiken, „bezaubernde Mappenwerke mit Kaltnadelradierungen zu Gustav Mahler sowie zum Botaniker Basilius Besler und aufwendige, großformatige Einzelblätter“ hinterlassen.
Jürgen M. Pietsch von der akanthus galerie beschäftigte sich anlässlich einer Gerenot-Richter-Ausstellung 1997 in Greiz bereits ausführlich mit dem Werk des Künstlers. Die geheimnisvollen und an Metaphern reichen Blätter des 1991 in Berlin verstorbenen Grafikers und Hochschullehrers sind ihm „unvergessen geblieben“. Mit seiner Ausstellung möchte er „an den bedeutenden Radierer erinnern“.
Die Besucher haben die Möglichkeit, ihre Sammlung durch ausgewählte Arbeiten von Gerenot Richter zu ergänzen. Für eine Begegnung mit seinen Miniaturen empfiehlt sich das Mitbringen einer Lupe. Die Ausstellung mit Werken von Hartmut Piniek und Gerenot Richter läuft bis zum 22. November 2025.
Die Zitate im Text wurden der Ankündigung zur Ausstellung von Jürgen M. Pietsch, akanthus galerie im westwerk, entnommen.



akanthus galerie im westwerk
Raum 2, Neubau
Karl-Heine-Straße 89 | 04229 Leipzig
Exponate der Ausstellung in der Galerie Akanthus 2025 (alle genannten Werke können käuflich in der Galerie erworben werden.
WV II-048 Wegzeichen, Kaltnadel
WV II-051 Kleine terra mater, Radierung und Aquatinta
WV II-064 Strandläufer IV, Radierung und Aquatinta
WV II-085 Usadel I, Radierung und Aquatinta
WV II-087 Usadel III, Radierung und Aquatinta
WV II-100 Fragmente (Zusammendruck), Radierung
WV II-192 Ging heut’ morgen übers Feld, Radierung
WV II-192 Ging heut’ morgen übers Feld, Radierung und Aquatinta
WV II-215 Gruß aus Berlin, Radierung und Aquatinta
WV II-207 für M. S., Kaltnadel
WV II-222 Gleichnis II (Die Blinden), Radierung und Aquatinta, 1. Fassung
WV II-245 Manneken Pis, Kaltnadel
WV II-256 Gemäuer, Kaltnadel
WV II-263 Gleichnis III (Eustachius), Radierung
WV II-282 Begegnung (Bremer Iris), Radierung
WV II-304 Herbstlicht, Radierung und Aquatinta
Bei der Sichtung des künstlerischen Nachlasses von Gerenot Richter im Zuge unserer Vorbereitungen für eine Reihe von Ausstellungen zum 100. Geburtstag des Künstlers dürfen die Ausstellungsplakte nicht fehlen.
Eine kleine Auswahl präsentieren wir an dieser Stelle.
























Künstlerplakat Deutsche Bücherstube mit Grafik Mannecken Pis (WV II-245)
[Archiv-Numer 27]
Künstlerplakat Galerie Gallus Frankfurt (Oder) mit Unter Bäumen III (WV II-217)
[Archiv-Numer 28]
Künstlerplakat Galerie am Boulevard Rostock mit D 1500 Das Meerwunder (WV II-213)
[Archiv-Numer 29]
Künstlerplakat Galerie Schmidt-Rottluff Karl-Marx-Stadt mit Burgk I (WV II-155)
[Archiv-Numer 30]
Sonntag, 17.11.2024, ab 11 Uhr
(Ende ca. 18 Uhr)
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin (am Gendarmenmarkt)
Die Auktion beginnt pünktlich um 11 Uhr vormittags, eine Kaffeepause ist gegen 14 Uhr geplant (nach Katalognummer 316).







Herzliche Einladung zur Eröffnung der diesjährigen Sommerausstellung in der Galerie der Berliner Graphikpresse unter dem Thema „Berlin im Blick – Künstler sehen ihre Stadt“
Arbeiten von Monika Meiser, Klaus Roenspieß, Anke Rische, Ursula Strozynski, Susanne Schüffel, Max Uhlig, Manfred Pietsch, Gerenot Richter, Arno Mohr, Manfred Butzmann, Antje Fretwurst-Colberg, Klaus Magnus
Vernissage am 6. Juli 2024 von 11 bis 14 Uhr bei Kunst & Sekt in der Galerie sowie Kaffee & Kuchen im Garten.
III Baustelle Marx-Engels-Platz, Feder/Tusche in Blau, 1967, 375 x 475 [nicht im WV]
III Nikolaikirche Feder/Tusche in Blau, 1967, 380 x 475 [nicht im WV]
III Rund um den Fernsehturm (Blick aus der Burgstraße), Feder, Pinsel/Tusche, 1969, 420 x 490 [nicht im WV]
III Aufbau Berliner Stadtzentrum (Blick von der Prenzlauer Allee), Feder/Tusche, 1969, 420 x 495 [nicht im WV]
I-05 Spreebrücke
I-14 Hinter der Karl-Marx-Allee
II-003 Friedrichshain
II-018 Baustelle am Marx-Engels-Platz
II-083 Museumsinsel *
II-194 Spreeathen (I) *
II-240 Spreeathen (II)
II-214 Die Uhr im Lesesaal *
II-215 Gruß aus Berlin
II-223 Berliner Mahnmal *
II-242 Drei Grazien *
II 261 Die neue Friedrichsbrücke (II) *
[* eingetragen ins Nachlassverzeichnis Private Künstlernachlässe Brandenburg]






Sabine Ulber
Galerie der Berliner Graphikpresse
Am Falkenberg 25
12524 Berlin
Fon (030) 420 124 40 / Fax: (030) 499 620 56
www.galerie-berliner-graphikpresse.de
Ausstellung vom 25.02.2024 bis 12.05.2024
im Schloss Biesdorf
Alt-Biesdorf 55
12683 Berlin
Fon: 030516567790
www.schlossbiesdorf.de
Vernissage am 25.02.2024 von 18 bis 21 Uhr
Mit Arbeiten von Lara Azul, GODSDOGS, Thomas Klingenstein, Cornelia Renz, Gerenot Richter und Saralisa Volm.
II-188 Gleichnis I
II-210 Der ungetreue Hirt
II-222 Gleichnis II (Die Blinden)
II-263 Gleichnis III (Eustachius)
II-131 Nach dem Sturm I
II-132 Nach dem Sturm II
II-140 Nach dem Sturm III
II-141 Nach dem Sturm IV
II-142 Nach dem Sturm V
II-153 Nach dem Sturm VI
Die Ausstellung Traum[a]land lädt ein zu einer Reise in das Unterbewusste. Dem in der letzten Zeit oft inflationär gebrauchten Traumabegriff stellt wird eine poetische Visualisierung des Ungesagten und oft Unsagbaren gegenübergstellt.
Die Besucher:innen von Traum[a]land erwartet eine surreale Welt zwischen Traum und Trauma – eingefangen in einer multimediale Landschaft mit hängenden Skulpturen, hinterleuchteten Bannern, begehbaren Installationen, Videos, Malerei, Radierungen und Fotografien.
Traum[a]land wird kuratiert von Dr. des. Anne Simone Kiesiel und Lea Heine

Seit Ende 2023 können Druckgrafiken und Handzeichnungen von Gerenot Richter im Portal Grafikliebehaber erworben werden. Im Laufe des Jahres 2024 wird der Bestand in diesem Portal um zahlreiche Werke des Künstlers erweitert. Es lohnt sich, hier länger zu stöbern und öfter vorbei zu schauen.

Verantwortet wird das Portal von der Galerie Himmel aus Dresden.
Galerie Himmel
Obergraben 8
01097 Dresden
Telefon +49 (0)351 4843578
Fax +49 (0)351 4843859
email@galerie-himmel.de
Das Portal Grafikliebhaber erreichen Sie auch über die Website der Galerie Himmel. Um zu der Übersicht über Gerenot Richter zu gelangen, geben Sie bitte den Namen im obersten Feld der Suche ein und nicht unter Details.

II-074 Alte Zähne im Tagebau *
II-105 Das Neugeborene-Hommage zum Jahr des Kindes *
Aus der Folge nach dem Sturm
II-131 Nach dem Sturm I *
II-141 Nach dem Sturm III *
II-142 Nach dem Sturm V *
II-153 Nach dem Sturm VI *
Burgker Miniaturen I - V *
[als Zusammendruck von II-147 bis II-151 unter dem Titel „Schloß Burgk“]
II-158 Frühling mit A.D. *
II-188 Gleichnis I *
II-192 Ging heut morgen übers Feld" (Gustav Mahler 1884) *
II-201 Ausgedient I (Tagebau)
II-206 Ausgedient II [inklusive der Druckplatte zu Ausgedient II] *
II-209 Sommer mit M.S. *
II-252 Heller Morgen
II-304 Herbstlicht (für Ingeborg) *
III-009 Förderbrücke
III-114 Bauminsel bei Milkel
III-088 Zugbrücke, Schloß Burgk – Wehrgang mit Brücke
III-087 Wehrgang, Schloß Burgk
III-094 Jüdischer Friedhof
[* aufgenommen in Nachlassverzeichnis Private Künsternachlässe Brandenburg]