
Der zur Ausstellung gedruckte Katalog der Berliner Bücherstube enthät 11 Abbildungen. Außerdem stellte der Künstler für den Katalog 40 Vorzugsgrafiken von Manneken Pis (WV II-245) zur Verfügung.
Das Künstlerplakat wurde unter Verwendung eben dieses Werkes erstellt. Drei Künstlerplakate wurden mit einer Originalradierung von 1987 bestückt.
Den Text zu Katalog schrieb Gisold Lammel. Auszüge daraus finden Sie zu Gerenot Richters Folge Berlinansichten.
„In den 1980er Jahren radierte Gerenot Richter eine Folge Berlinansichten. Sie umfasst Darstellungen markanter Architektur der zwischen Oranienburger Straße, Friedrichstraße und Unter den Linden gelegenen Region, die er jahrzehntelang nahezu tagtäglich erlebte. Besonders häufig kehren […] Motive der Museumsinsel wieder. Auf sie blickte er von seiner Arbeitsstätte im Dachgeschoss der Burgstraße 26. Wenngleich er weitgehende topografische Treue bewahrte, ging es ihm keineswegs um die Gestaltung von Stadtveduten.
Ihm lag viel daran, auch den Charakter und die Biografie des jeweiligen Architekturkomplexes anzudeuten und seine Gedanken über jene geschichtsträchtigen Bauwerke hineinzuweben. Vom Gesehenen ausgehend, vermochte er, Sinnbilder zu schaffen und Architekturerlebnisse zu Elegien, Mahnungen und Hoffnungen zu formen."
Folge Berliner Blätter | Berlinansichten
II-214 Die Uhr im Lesesaal *
II-223 Berliner Mahnmal (Synagoge) *
II-240 Spreeathen II *
II-242 Drei Grazien (Friedrichstadtpalast) *
II-244 Artem non odit nisi ignarus (Neues Museum) *
II-261 Die neue Friedrichsbrücke II
II-187 Museumsinsel bei Nacht
[nicht im Ausstellungsverzeichnis aufgeführt, aber im Katalog abgebildet]
„Gerenot Richter äußerte [in den Berlinansichten] seine Betroffenheit über Kriegszerstörungen, aber auch seine Genugtuung über die Wiederherstellung wichtiger, das Antlitz der Stadt prägende Bauten. Er meditierte in ihnen über die Rolle der gebauten Umwelt im gesellschaftlichen Leben und über Veränderungen, die Zeiten und Ereignisse im Bild der Stadt hinterließen. Auf Staffage verzichtete er weitgehend, dennoch wohnt den Darstellungen eine soziale Bezogenheit inne. Für die einzelnen Blätter der Folge wählte er unterschiedliche Jahres- und Tageszeiten und deutete somit Wandel wie auch verschiedene Stimmungen an.
Eine seltsame Anziehungskraft geht von Richters Ein- und Durchblicken aus. In den Bildern seiner Folge Berlinansichten entwickeln sich feine Spannungen zwischen Objektnähe und magischer Entrückung, Harmonie und Beunruhigung, der Prägnanz von Formen und dem Verdämmern von Konturen, Organischem und Anorganischem, wenig und reich strukturierten Flächen. Lichtwirkungen und Grauwerte nutzte er bedacht für die Suggerierung bestimmter Stimmungen.“
Lesen Sie hier die Beschreibungen zu den einzelnen Werken der Folge.
Folge Lausitzer Landschaften
II-245 Manneken Pis (Antwerpen-Lohsa) *
hier ausnahmsweise direkt in die Folge integriert
II-252 Heller Morgen (Milkel)
II-253 Füllhorn und leere Scheuer (Möhnau) *
II-256 Gemäuer (Neschwitz)
II-262 Sonne im Park (Schloss Milkel)
Aus der Folge Gleichnisse
II-263 Gleichnis III (Eustachius) *
Folge „Alles verfault, was ohne Wurzeln ist.“ Jewtuschenko
II-270 Lichtung
II-271 Grabmal
II-272 Obelisk
II-273 Weidentorsi
II-274 Pflaumenhain
II-276 Dorf
II-277 Weiher
II-278 Feldweg
II-279 Straßenbäume
II-280 Viehweide
Nr. der Liste im Archiv: VL 237
[* ins Nachlassverzeichnis Private Künstlernachlässe aufgenommen]