Einzelne Arbeiten aus der Folge bzw. alle sechs Berlinansichten befinden sich in folgenden Sammlungen:
Die Folge der Berliner Stadtansichten entstand im Tiefdruckverfahren (Radierung und Aquatinta). Sie bezeugt nicht nur Richters entwickelten Sinn für Bildregie, sondern aus seine richtungsempfindliche Organisation der Motive, bei der langjährige Wirkungseinsichten verarbeitet worden sind. Er weiß um die unterschiedlichen Ausdrucks- und Stimmungswerte der Seiten, und er beherrscht souverän das Arbeiten auf der Platte im Gegensinn.

Eine von Richters frühen „Berlinansichten ist das Blatt Museumsinsel bei Nacht vom Kupfergraben aus gesehen. lm Vordergrund markiert die sich auf massigem Sockel erhebende Steinsäule mit der sie bekrönenden Lampenkugel den Zugang zur Monbijoubrücke. Jenseits des Spreekanals lagert das neubarocke Bodemuseum, dem sich das neuklassizistische Pergamonmuseum anschließt.
In einigen Museumsräumen brennt noch Licht, das auf das Leben in den Innenräumen weist. Die erleuchteten Fenster, die erstrahlende Lampenkugel und der tief am Himmel stehende Mond sowie vielfältige Reflexe, die sich auf den Wolken und dem Wasser abzeichnen und das Ufer- und Brückengeländer sowie Basis und Kapitell im Vordergrund plastisch heraustreten lassen, leihen der Stadtlandschaft einen belebenden Glanz.“

Spreeathen I wurde als „Pendant zum ersten Werk der Serie entwickelt. Es zeigt wiederum die Museumsinsel, jetzt aber bei Tage und von der anderen Seite. Der Künstler blickte vom Ufer der Burgstraße, und zwar an der Einmündung zur Neuen Friedrichsbrücke, auf die Nationalgalerie, die Rückseite des Pergamonmuseums sowie auf das hinter der S-Bahnbrücke befindliche Bodemuseum nıit seiner markanten Kuppel.
Rechts im Hintergrund zeichnet sich der Neubau der Charité ab. Auf der Spree transportiert gerade ein Lastkahn Bausand, währenddessen im Vordergrund einige Möwen über das Wasser gleiten und die Helligkeit des hohen Himmels wiederklingen lassen.“

Das Blatt Die Uhr im Lesesaal zeigt „das kriegszerstörte Herzstück der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek (und jetzigen Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Unter den Linden). Der Künstler richtete seinen Blick auf die Reste des von Ernst von Ihne entworfenen oktogonalen Kuppelsaals. Bildbestimmend ist die Uhr, die einst den Wissensdurstigen über sinnvoll genutzte Zeit Auskunft gegeben hat und jetzt nur noch an den grauenvollen Krieg erinnert.
Das Rund des Zifferblattes wird von Ornament- und Mauerstreifen aufgenommen und hallt in einigen Bogenstellungen nach. Ein dunkler Himmel lastet auf der Ruine. Im Vordergrund deuten allerdings Bretterbuden, Betonmischer, Bauholz und Sandberge die begonnene Wiederherstellung des Gebäudes an.“

Im Blatt Berliner Mahnmal „hat Richter die Ruine der Neuen Synagoge wiedergegeben. Die von Edmund Knoblauch und Friedrich August Stüler nach der Mitte des vorigen Jahrhunderts erbaute Hauptsynagoge der Berliner jüdischen Gemeinde, eine herausragende Leistung deutscher historistischer Architektur, wurde in der Reichskristallnacht vom 9. zum 10. November 1938 zerstört. So sind die hier gezeigten übriggebliebenen Mauern eine steinerne Anklage der Barbarei des Faschismus.
Der Künstler wählte bedacht einen sich neigenden eisigen Wintertag, um die Ruine der Vorsynagoge zu zeigen. Schneereste lassen die Formen hart aus dem Dunkel treten. Das Weiß dringt schrill in den Bildraum und beunruhigt zutiefst. Dächer niedriger Schuppen bilden für das aufgerissene Bauwerk einen breiten Sockel und zugleich auch eine distanzgebietende Zone für den Betrachter. Dort reckt sich wie auch auf der Ruine kahles Geäst empor.“

Auf dem Blatt Drei Grazien führte Richter „ein im Abriss befindliches Gebäude vor Augen, nämlich den alten Friedrichstadtpalast, der einst für die Theater- und Varietégeschichte eine große Rolle gespielt hatte. Aus bautechnischen Gründen wurde das Bauwerk abgetragen. Erinnert die Eisenkonstruktion im Bild an die in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts von dem Schinkelschüler Friedrich Hitzig erbaute Markthalle, so weisen die sonderbaren Kapitelle – die drei Grazien – auf die fantasievolle Umgestaltung des Gebäudes zum Großen Schauspielhaus, die Hans Poelzig, einer der bedeutendsten Architekten des Expressionismus, vornahm.
Richter hielt, in der Ruine stehend, einen Durchblick zum Theatergebäude des Berliner Ensembles fest, dessen Turm sich vor dem lichten Himmel abzeichnet. Am linken Bildrand breitet hinter einer Eisenstütze ein Baum seine Krone aus. Organisches wird somit gegen Anorganisches und intakte Architektur gegen defekte gestellt. Die flackernde Unruhe in der Ruine, durch nuancenreiches Helldunkel und vielfältige Strukturen betont, wird durch die strengen Parallelläufe der Eisenkonstruktion und des Mauerwerks in eine Ordnung gebannt.“

Dieses Blatt der Folge Berlinansichten zeigt das Neue Museum vom Kupfergraben aus. Richter nannte es Artem non odit nisi ignarus und griff damit „die Inschrift unterhalb des Giebeldreiecks auf. Das von dem Schinkelschüler Friedrich August Stüler in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts erbaute spätklassizistische dreigeschossige Gebäude brannte 1945 aus. Die löchrige Fassade, die einen Durchblick gestattet, wirkt unheimlich.
Merkwürdigerweise ist das Giebelrelief mit den Personifikationen der Kunst und des Kunstgewerbes, eine Arbeit des Rauchschülers August Kiss, weitgehend erhalten geblieben. Die kahlen Bäume mit verschiedenartigen Kronen behindern nur wenig die Sicht, aber sie bilden zu den strengen Linien der Architektur einen belebenden Kontrast. Der Bauzaun sowie Ufergeländer und Bürgersteig gehen gleichfalls von dem Gefüge rechter Winkel ab, setzen jedoch den Rhythmus des Helldunkels fort.“

„Die Neue Friedrichsbrücke gestaltete Richter von der Burgstraße aus. Er lenkte dabei den Blick in entgegengesetzter Richtung über die Spree, den mächtigen, von Julius Raschdorff um die Jahrhundertwende gebauten Dom fest ins Auge fassend. Die Kriegsschäden an dem gewaltigen historistischen Bauwerk waren außen schon in den Jahren von 1975 bis 1981 beseitigt worden.
Rechts des Doms ist das von Karl Friedrich Schinkel errichtete Alte Museum zu erkennen, das gleichfalls im Krieg großen Schaden erlitten hatte und dessen Wiedererrichtung ein gutes Beispiel für den pfleglichen Umgang mit dem Kulturerbe bildete. Zu diesen historischen Bauten gesellen sich auf der Darstellung Richters noch zwei Neubauten des Stadtzentrums: der Palast der Republik (inzwischen abgerissen und Standort des Humboldt-Forums) und das Palasthotel (jetzt Hotel Radisson). Die Neue Friedrichsbrücke wirkt wie eine Klammer, die alte und neue Architektur zusammenfasst.“
Der gesamte Text wurde veröffentlicht in:
> Lammel, Gisold: Meister des Kupferstichs – Gerenot Richter, Hrsg. von G. Brandler, Edition Schwarz Weiß, Spröda 1997
> Lammel, Gisold: Gerenot Richter, Katalog der Deutschen Bücherstube, Berlin 1987
Für Gerenot Richters Gestaltungskonzeption und Auffassung ist nicht nur die Auseinandersetzung mit der Realität, sondern auch das Studium älterer und zeitgenössischer Kunst belangvoll gewesen. Dass er die Kunstdialoge über anderthalb Jahrzehnte so eingehend und folgenreich geführt hat, mag zum Teil dem schnellen Fluss jener Zeit geschuldet gewesen sein sowie den vielen Angriffen auf die gegenständliche Kunst in unserem Jahrhundert. Eine große Ehrfurcht vor künstlerischen Leistungen verband sich bei ihm mit der Suche nach festen Werten und dem Bestreben, vorhandene Kunsterfahrungen zu begreifen, zu bewahren und weiterzutragen.
Mit den Bezügen auf Kunstwerke voraufgegangener Jahrhunderte hat er Zeitenlauf und eine geschichtliche Dimension angedeutet und dabei dem kunsthistorisch Bewanderten Impulse vermittelt. Bei seinen Kunstdialogen folgte er keinem Schema, sondern er zeigte sich beweglich und geistreich. Zumeist sind seine Zitate verborgen, oft auch nur Randerscheinung. In der Regel sind seine kunstgeschichtlichen „Erinnerungen“ jedoch alles andere als bloße Zutat, sondern vielmehr Wirkstoffe, die das Vordringen in tiefere Bedeutungsschichten befördern und steuern und Denkrichtungen angeben. Seine Kompositionen leben nicht vom Entlehnten, sondern von den geistigen und formalen Spannungen und Verstrebungen, die mit ihm erzeugt worden sind. So hat er den Dialog mit der Kunst und der Realität zu neuer Kunstrealität geführt, in der sich die Sphären mischen.
Richters Kunstrezeptionen, d. h. Zitate, Variationen und Transformationen von Motiven namhafter Künstler, sind seinen ganz persönlichen Kunstbegegnungen und Vorlieben erwachsen. Am häufigsten, intensivsten und umfassendsten setzte er sich mit der Bildwelt und Gestaltungsweise Albrecht Dürers auseinander.
In besonderer Weise schlug sich eine große Ehrfurcht vor diesem Künstler in den vier Blättern „Zu Dürers 450. Todestag“ (1977) nieder sowie auf den Darstellungen „Frühling mit A.D.“ (1982), „D 1500 – Das Meerwunder“ (1985) und „Gleichnis III (Eustachius)“ (1987).
Die querformatigen Kompositionen erstgenannter Folge umfassen ein Stillleben und drei Küstenlandschaften mit Zitaten aus Tiefdrucken des großen Nürnbergers. Mal sind es Bildfiguren oder Gewanddraperien, die aufgenommen worden sind, mal ist auch ein winziges Schiff oder ein fantastisches Tier aus der fernen Bildwelt herübergeholt worden. Mal sind es vorwiegend inhaltliche, mal mehr formale Interessen, die zur Übernahme verleitet haben. Auf dem Blatt „Der Traum“ ist am rechten Bildrand ein Stück von Dürers um 1497 / 1498 geschaffenem „Traum (Versuchung)“ zu sehen, und zwar ein Fuß des Träumers und der auf Stelzen gehende Putto. Bekenntnishaft gab Richter daneben sein Selbstbildnis wieder, nämlich als Spiegelung auf einer großen Glaskugel. Mit Lupe und Radiernadel erscheint er dort, den Betrachter fixierend. Links im Hintergrund deutete er eine eigene Radierung an, die eine alte Weide wiedergibt. Auch hinsichtlich der Erfassung von Stofflichkeit ist Richters „Traum“ ein Meisterstück.
Auf einem anderen Blatt der Folge, „Melencolia“ genannt, bildet das faltige Gewand der Melancholie aus Dürers 1514 entstandenem Meisterstich eine Steilküste, deren Furchungen und Verwerfungen mit dem im Vordergrund barrierenartig lagernden Treibholz korrespondieren. Der Schoß von Dürers Bildfigur lässt hier an die Mutter Erde denken, andererseits auch an Landschafts- und Objektverhüllungen Christos, so an dessen Verpackung eines zwei Kilometer langen Küstenstreifens bei Sidney. Hoch am dunklen Himmel fliegt jenes fledermausähnliche Tier aus demselben Stich Dürers.
Auf einem weiteren Blatt der Folge, Richter hat es „Das große und das kleine Glück“ bezeichnet, ist hingegen nur ein im Winde wehendes Tuch, das um einen in der Erde der Steilküste steckenden Stock gewunden ist, Dürer verpflichtet, nämlich den reich drapierten Tüchern auf den Kupferstichen „Nemesis oder das Große Glück“ (um 1501/1502) und „Fortuna oder das Kleine Glück“ (um 1496).
Richter setzte das Zitierte in Beziehung zu einem am Strand liegenden Liebespaar, einem anderen kleinen oder großen Glück. Das vierte Blatt der Folge, es trägt den Titel „Meerwunder“, enthält im Mittelgrund drei Badende und eine am Ufer Lagernde sowie ein Segelschiff in der Ferne als Zitate aus Dürers „Meerwunder“ (um 1498). Der Bildbetrachter blickt auf die schönen Frauen und vergisst das faszinierende Motiv mit der am knorrigen Stamm hängenden Kamera aufzunehmen. Hier zitierte Richter mit ironischem Augenzwinkern.
Schließlich sei in diesem Zusammenhang noch etwas zu der fünf Jahre nach der Folge angefertigten Kaltnadelradierung „Frühling mit A.D.“ gesagt. Hier tritt nun der Betrachter vor das Fenster und begegnet dem Blick eines Dudelsackpfeifers, der da am kahlen Baum lehnt und volkstümliche Weisen spielt. Er entstammt dem frühen 16. Jahrhundert, genauer gesagt, einem Stich Dürers aus dem Jahre 1514. Es handelt sich gewissermaßen um eine Kunstbegegnung in doppelter Weise: mit einem Musizierenden und zugleich mit einer Kunstfigur.
Die zunächst sonderbar anmutende Gestalt bringt sozusagen ein Ständchen, grüßt aus der Vergangenheit herüber. Oder weist sie auf den Abgesang alles Überlebten, oder verabschiedet sie nur den Winter? Oder kündet sie „Neues“ im alten Gewande an? Auf sonnigem Fensterbrett stehen blühender Ritterstern und treibender Rhabarber, daneben windet sich ein dürres Blatt aus dem verwichenen Jahr, Zeitlichkeit und Vergänglichkeit andeutend. Daneben liegt ein Schneckenhaus als Sinnbild der Geborgenheit. Das Stillleben beschreibt im Vordergrund eine Wellenlinie, die nach Auffassung des englischen Malers und Grafikers William Hogarth die Linie der Schönheit ist.
Natürlich steht dieser Fensterausblick in einer langen künstlerischen Tradition. Im 19. Jahrhundert kamen sogenannte Fensterbilder häufig vor. Und damals wie heute wird mit dem in ihnen gestalteten Verhältnis von Innenraum und Außenwelt auch das von Individuum und gesellschaftlicher wie natürlicher Umwelt reflektiert. Häufig wurden gerade mit dem Motiv des geöffneten Fensters Hoffnungen und Sehnsüchte angedeutet. Auch diese Radierung lässt sie anklingen und darüber hinaus Freude über einsetzende Erneuerung, die der beginnende Frühling verheißt. Richter machte hier das Dürerzitat zum Angelpunkt der Komposition. Schon nach flüchtigem Blick wird die entliehene Bildfigur be- und hinterfragt. Sie bewirkt die seltsame Begegnung und lässt an ein historisches Genrebild denken.
Außer Dürer zogen Richter auch noch andere namhafte Künstler jener Zeit in ihren Bann, so Martin Schongauer und Albrecht Altdorfer. Einen stillebenartigen Naturausschnitt nannte er „Für M. S.“. Dort erscheint ganz unauffällig links unten im Bild eine winzige Fantasiegestalt, die sich an das lanzettförmige Blatt der Blumenstaude klammert. Sie ist, leicht abgewandelt, Schongauers Kupferstich „Heiliger Antonius, von Dämonen gepeinigt“ (1473) entlehnt.
Anlässlich von Altdorfers 450. Todestag radierte Richter die kleine Kupferplatte „Verneigung“ (1988). Der Titel deutet nicht nur die Ehrerbietung an, sondern bezieht sich vor allem auf das Hauptmotiv der dargestellten Landschaft, auf den sich neigenden alten Baum, unter den ein Altdorferscher Putto den Schild mit dem Signet des Geehrten hält. Kurz nach Fertigstellung hat Richter geklagt: „A. A. war eine Quälerei, da ich eine Mischung aus Kopie und freier Nachgestaltung versuchte.“
Neben Dürer hat ihn der Malerphilosoph Pieter Bruegel d. Ä. am meisten fasziniert. Vor allem dessen Auffassung von der Landschaft als Gleichnis vom beständigen Werden und Vergehen erregte sein Interesse, aber auch die einprägsamen und plastisch-prägnant geformten Bildfiguren und das Schalten und Walten mit Verfremdungen und Raumbildungen hatten es ihm angetan.
Entnahm Richter für seine großformatige Komposition „Ging heut' morgen übers Feld (Gustav Mahler 1884)“ Bildfiguren aus den jetzt in Wien befindlichen Gemälden „Der Kampf zwischen Karneval und Fasten“ und „Bauernhochzeit", so zitierte er auf der Radierung „Manneken Pis“ (1986) einen das Wasser Abschlagenden aus den „Zwölf Sprichwörtern“ (zwölf Rundbilder auf einer Holztafel, um 1560, Antwerpen, Museum Mayer van den Bergh). Aber während auf der Darstellung des Niederländers die Figur den Strahl auf die Sichel des zunehmenden Mondes richtet und auf diese Weise ein altes Sprichwort verbildlicht, das die Pechsträhne eines Mannes beklagt, zeigt das Bild Richters diese Gestalt im Mittelgrund einer Landschaft mit knorrigen Baumriesen, mit leiser Ironie Kreisläufe allen Lebens andeutend.
Der Text wurde entnommen aus:
Lammel, Gisold., Meister des Kupferstichs – Gerenot Richter
Hrsg. von G. Brandler, Edition Schwarz Weiß, Spröda 1997
Seine Lehrer Reinhold Langer, Hermann Bruse, Heinrich Burkhardt und Fritz Dähn, um nur die wichtigsten zu nennen, haben seine Bildsprache kaum beeinflusst. Das meiste verdankte Gerenot Richter dem Studium von Natur und älterer Kunst. Daneben verarbeitete er Anregungen aus Wissenschaft und den Künsten. Da er auch Geografie studiert hatte, behielt er einen wachen Blick für das Gebautsein eines Landschaftsraums und die Beschaffenheit von Gestein.
Nicht unerwähnt darf hier seine enge Verbindung zur Musik bleiben. Er spielte Geige und gelangte mitunter zu Bildstrukturen, die auch an Tondichtungen erinnerten. Gelegentlich gab er Musizierende wieder und ehrte Komponisten wie Beethoven und Mahler in Bildern. Besonders gern hörte er Werke von Wagner (vor allem den „Ring“), Mahler und Bach.
Seine Bildauffassung wandelte sich im Laufe der Jahre. Um 1970 entstanden vornehmlich statische, mittelgrundbetonte, erzählerische und romantisierende Landschaften, um 1974 / 1975 vor allem dynamische Kompositionen, die deutlich Prozesshaftes reflektierten und in denen lange parallele Strichbahnen Bewegung suggerierten.
In der Folgezeit, der Zeit der Reife, herrschten dann die stillen, detailreichen, vordergrundbetonten Bildräume vor, in denen Stofflichkeit und Formenvariation in bis dahin nicht gekannter Reichhaltigkeit erschienen und sich seine Neigung zum Horror vacui entfaltete. Zudem regte sich in steigendem Maße das Interesse für spannungsvolle Kompositionen und weitergehende Differenzierung der Wertigkeit unterschiedlicher Bildelemente. Am Ende seines Schaffens versuchte er, die Formenfülle zu reduzieren und mehr Leerflächen in die Bildrechnung einzubeziehen.
Mitte der 1970er Jahre hatte Gerenot Richter seine Kunstkonzeption ausgebildet. Alles, was er vordem geschaffen hatte, war, an Späterem gemessen, nur Erkundung von Gestaltungsmöglichkeiten und Suchen einer ihm gemäßen Ausdrucksweise. Er erreichte dieses Ziel in einem Prozess großer produktiver Anspannung und durch die schon erwähnte Beschränkung auf den Tiefdruck.
Die Folgen „Strandläufer“ (1976 / 1977 und 1981), „Zum 450. Todestag Dürers“ (1977) und Einzelblätter wie „Fossile Braunkohle“ (1977) und „Am Bodden bei Niehagen“ (1978) standen am Beginn seiner reifen Zeit. Die Folgen „Nach dem Sturm“ (1980 / 1982) und die „Großen Gleichnisse“ (seit 1983) markierten dann die Gipfellinie seines Schaffens.
Richters Vorliebe für Bilderreihen ist unübersehbar. Allerdings verzahnte er die einzelnen Darstellungen nicht so miteinander, dass die Herausnahme oder Hinzufügung eines Bildes undenkbar gewesen wäre. Die Verstrebungen der Kompositionen zum komplexen Werk waren also zumeist recht locker. Mithin ging es ihm mehr um Bilderfolgen als um Bilderzyklen, denn letzteren liegt eine konzentrierte Regie und Dramaturgie zugrunde, die eine schlüssige und abgerundete Einheit bewirkt. Dennoch hat es natürlich in Richters Bilderfolgen immer auch übergreifende Gesichtspunkte gegeben.
Seine Arbeiten offenbaren ein reges Wechselverhältnis von Bewußtem und Unbewußtem. Zwar begegnen wir durchdachten, aber keineswegs ausgeklügelten und bis ins letzte ausgetüftelten Bildlösungen. Seine Fabulierkunst hat sich nicht ins Joch spannen lassen. Deshalb übertrug er niemals unverändert eine Zeichnung auf die Druckplatte.
Folgte seine Bildgestaltung auch keinem festen Plan, so zeigte sie doch Vorlieben, so beispielsweise die für Nahsichtlandschaften mit stillebenhaft ausgeformtem Vordergrund, der sich barrierenartig über die gesamte Bildbreite entwickelt und den Bildraum schwer zugänglich macht. Des öfteren begegnen wir auch einer dualistischen Raumstruktur, die mit einer auffälligen Mittelgrundschwächung verbunden ist. Seine Bildräume folgen keiner Zentralperspektive. Bildtiefe erzielte er durch Überschneidung, Überdeckung und Staffelung von Formen.
Seine Bildschöpfungen weisen mitunter eine irritierende Kombinatorik auf. Dabei hat er immer vermocht, scheinbar Disparates zu höherer geistiger Bedeutsamkeit und stimmungshaftem Bildganzen zu bringen. Freilich ist es manchmal gar nicht so leicht, im kunstvollen Dickicht der Formen den Schlüssel zum Bild ausfindig zu machen. Menschen erscheinen in seinen Bildräumen zumeist recht klein und als Teil eines großen Ganzen. Sie drängen nicht aus dem Bild, sie sind unterwegs oder verharren und deuten Beziehungen zur Umwelt an.
Die Tendenz zur feinen Durchbildung des einzelnen ist bei seinen Grafiken ebenso auffällig wie die Zusammendrängung vieler Einzelheiten. Die dichte Versammlung der Formen nimmt oft das gesamte Bildfeld in Anspruch und offenbart dabei einen feinen Sinn für ornamentale Wirkungen. Seine Kompositionen durchströmt ein eigener Rhythmus, der dem Einordnen aller Teile unter eine Gesamtwirkung dienlich ist.
Die Rhythmisierung von Strichen und Liniengefügen verdichtet, vertieft, schafft Umrißverwandtes, stellt Formenbezüge her und erfasst die vielgestaltigen Strukturen seiner gegenständlichen Welt. Besagte Strukturen geben nicht nur Auskunft über Formenverlauf, Oberflächenbeschaffenheit und Aufbau des Materials, sondern helfen mit, bestimmte Stimmungswerte zu erzeugen. Oft schwelgte Richter förmlich in verkräuselten und sich windenden Linien, komplizierten Strichgefügen und subtilen Abstufungen von Tonwerten.
Gerenot Richter hat sich eine vom Kupferstich der deutschen Renaissance beeinflusste Radiertechnik zu eigen gemacht. Seine Bilder webte er nicht mit einem einheitlichen Raster von Strichen oder Punkten, sondern er benutzte vielfältigere grafische Elemente. Dadurch hat er den verweilenden Augen reichliche Nahrung geboten.
Die Auseinandersetzung mit der Kunst der „Dürerzeit“ führte ihn zur Erweiterung und Perfektionierung eigener grafischer Mittel. Auf diesem Wege gelangte er zur Charakterisierung von Materialität und zur abstrakten Füllung der Felder zwischen den Gegenständen, zu Möglichkeiten der Schaffung von formklärenden Tonwerten sowie der rhythmischen Einbindung der Details ins Bildganze. Meist ging er bei der Gestaltung von Strukturen mit Konturlinien mit und deutete so Ausdehnung, Wachstum und Bewegung an. Gelegentlich ließ er aber auch Strichgefüge sich gegen diese Konturlinien stemmen, somit eine zusätzliche Spannung bewirkend.
Sehr oft bezog Gerenot Richter die Aquatinta in die Gestaltung ein, um einerseits durch Zurücknahme von Detailhärten eine stärkere Vereinheitlichung der Teile zu erwirken, andererseits, um atmosphärische Wirkungen und Stimmungswerte einzubringen. Weder Effekthascherei noch leichtfertiger Verzicht auf Formenklärung bestimmten dabei sein Tun. Auch wenn er von vornherein die Aquatintatönung in seine erwünschte Bildwirkung einbezog, erfasste er zunächst alle Elemente fest und klar, wissend, dass viele der Linien und Strukturen dann verdämmern oder sogar völlig verschwinden.
Dieser Text wurde entnommen aus:
Lammel, G., Meister des Kupferstichs – Gerenot Richter
Hrsg. von G. Brandler, Edition Schwarz Weiß, Spröda 1997
in: Lammel, Gisold, Meister des Kupferstichs – Gerenot Richter
Hrsg. von G. Brandler, Edition Schwarz Weiß, Spröda 1997
Die Bilderwelt, die er uns hinterlassen hat, enthält vieles: beglückende Blumenstücke, zerfahrene Wege, die in begrenzte Tiefe führen und immer wieder Bäume, lebenstrotzende, versehrte und verendete. Architektur finden wir in ihr, Lobgesänge auf kunstsinnige Baumeister voraufgegangener Zeiten, ruinöses Bauwerk auch als Zeichen der Zeitlichkeit wie des menschlichen Irrsinns. Aus seinen Bildern spricht der besorgte Ethiker, den eine tiefe Liebe zu Natur, Mensch und Kunst erfüllt hat. Sie reflektieren Gedanken über Werden und Vergehen, Endliches und Zeitloses, über die Gefährdung der Natur, der Menschen und ihrer Werke, über die Verantwortung des Einzelnen und der Gesellschaft, über Lebenswillen, Selbstbehauptung und Schöpfertum. Ein grüblerisches Naturell hat sich da offenbart und auf humanistischem Bildungsgrund Bildgedanken aufgetürmt.
Richters Elegien über Verlorenes und Vergehendes verbinden sich zumeist mit Oden an das Leben und die Lebenswerte. Weder ein Elysium noch ein Inferno, wohl aber angetastete und auch von Katastrophen heimgesuchte Lebensräume führte er vor Augen. In seinen Bildern stellte er Vorgänge und Zeichen der Natur in Bezug auf soziale Prozesse und einige grundsätzliche Verhaltensstrukturen dar. Seine Gedanken und Fragen sind ganz in die Bildlichkeit eingegangen. Er hat keine literarisch orientierte Bildlichkeit besessen, wohl aber eine poetische; und seine Leistung als Bilddichter ist zu würdigen.
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Unter dem Titel Meister des Kupferstichs begann in der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz eine neue Ausstellungs- und Publikationsreihe.
Parallel zur Ausstellung erschien das Buch „Gerenot Richter – Meister des Kupferstichs“. Mit diesem Blogbeitrag verweisen wir auf die sehr erfolgreiche Ausstellung 1997 in Greiz und zitieren an dieser Stelle aus dem Vorwort von Gotthard Brandler, dem Direktor der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz.
Der Terminus Kupferstich wird von uns hier in der kunsthistorisch eingeführten Weise als ein Oberbegriff für die unterschiedlichen Techniken des Tiefdrucks verstanden. Ausgewählt werden Künstler, die in einem engeren oder weiteren Sinnen die großen und reichen Traditionen des Kupferstichs in Deutschland und andernorts bis in die Gegenwart fruchtbringend fortgeführt haben.
Nicht zufällig wird zum Auftakt der neuen Reihe des Werk des Berliner Künstlers Gerenot Richter (1926-1991) vorgestellt. Denn seine Arbeiten bieten wahrhaft Meisterliches auf dem Gebiet des Kupferstichs. Auch erhellen sie geradezu paradigmatisch und auf faszinierende Weise die fruchtbar gewordenen Beziehungen zu den Altmeistern.
Das bedeutet nicht, dass sich Gerenot Richter historisierend oder als Kopist verhalten hätte. Vielmehr ist der Reichtum der in Jahrhunderten geschaffenen Formen und Liniensprache der Stecherkunst in einem sehr gegenwärtigen Werk aufgehoben.
Auch reicht es nicht, bei Richter allein von einer Perfektion des Handwerks zu sprechen. Perfektion allein mündet allzuschnell in eine sterile Künstlichlichkeit und Manieriertheit, die im wahrsten Sinne oberflächlich bleibt.
Nein, Richter erweist sich nicht nur als ein perfekter Stecher, sondern als ein Meister. Ihm gelingt es, das Sinnlich-Wahrnehmbare durch das Ich des schaffenden Menschen so zu verwandeln, dass das Kunstwerk in seiner sinnlichen Wahrnehmbarkeit zugleich Zeugnis von etwas Geistigem ablegt. Die äußere Erfahrungswelt wird auch innerlich seelisch durchdrungen. Voraussetzung dafür ist ein Empfinden gegenüber den in der Natur verborgenen Geheimnissen.
Der Richtersche Mikrokosmos weitet sich zum Makrokosmos, zur gleichnishaften Welten- und Seelenlandschaft. Und der Künstler in seinem Gehäuse erschließt sich über den genauen und wissenden Blick auf das Gegenständliche, Naheliegende die Welt und eine Ahnung von der Schicksalhaftigkeit menschlicher Existenz.
Beispielhaft steht dafür das Blatt "Der Traum des Podagristen – Dürers 450. Todestag" vpm 1977. Dargestellt ist ein recht eng gefasster Ausschnitt aus der Arbeitsstätte des Künstlers. Rechts im Bild noch ein Teil des bekannten Dürer-Blattes "Der Traum – Die Versuchung" (um 1497 / 1498) zu erkennen, links eine eigene Arbeit. Nicht von ungefähr gerät hier gerade das Details des Kupferstichs von Dürer ins Bild, das einen auf Stelzen gehenden Putto neben einer Kugel darstellt.
Der Künstler selbst in seinem Atelier, mit aufgesetzter Lupe und mit der Radiernadel in der Hand, erscheint als Spiegelung auf einer Glaskugel. Doch ist dies ja nicht die bloße Darstellung eines Widerscheins. Er erinnert an die philosphischen und künstlerischen Erkenntnisse eines Jakob Böhme oder eines Albert Dürer. Die Kugel als ein Symbol des Kosmos, der Ganzheit, der Vollkommenheit, aber auch der Seele. Im Bild des Runden und der Kugel kommen Kosmos und Mensch, sinnlicher und ethischer Wert in einem Idealzustand zur Vollendung. Die Weltkugel ist aber zugleich auch ein Zeichen der unsteten Göttin des Glücks in Wechselbeziehung zu den Mächten Zeit, Vergänglichkeit und Tod.
Gerenot Richter besaß in seiner Persönlichkeit und in seiner Kunst eine ethisch-moralische Eigenschaft, die man nur mit dem in der heutigen Gesellschaft außer Gebrauch geratenen Begriff der Demut bezeichnen könnte. Nicht im Sinne von Ergebenheit, sondern im Sinne einer Achtung vor der Natur, der Schöpfung und des Schöpferischen im Menschen selbst.
Nicht im Sinne von Ergebenheit, sondern im Sinne einer Achtung vor der Natur, der Schöpfung und des Schöpferischen im Menschen selbst. Und so beinhalten zahlreiche seiner Arbeiten nicht zufällig einen Dank an seine großen Vorgänger.
Im Jahre 1987 durfte ich Professor Gerenot Richter im Zusammenhang mit einer Ausstellung noch persönlich kennenlernen. Vermittelt hatte diese Begegnung Dr. Gisold Lammel, der beste Kenner des Richterschen Werkes. Schon damals hat mich die Bescheidenheit, aber auch der Kenntnis- und Empfindungsreichtum des Künstlers sehr beeindruckt.
Allerdings bedurfte es noch einiger Zeit, um die künstlerische und ästhetische-philosophische Dimension des Werkes von Gerenot Richter tatsächlich zu erfassen. Um so dankbarer bin ich, dass mich nun zehn Jahre später Gisold Lammel – mit Unterstützung von Frau Ingeborg Richter – dazu ermutigt hat, die schon länger geplante Reihe "Meister des Kupferstichs" beginnend mit Gerenot Richter, in Greiz ins Leben zu rufen. So kann dieses Vorwort auch nur eine Dankeswort sein für das Werk, das der Künstler uns hinterlassen hat.
Text: Gotthard Brandler, Direktor der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz
Der Artikel wurde entnommen aus: Lammel, G., Meister des Kupferstichs – Gerenot Richter
Hrsg. von G. Brandler, Edition Schwarz Weiß, Spröda 1997
Den Text von Gisold Lammel aus diesem Katalog können Sie hier nachlesen.
Zur Frühjahrszeit sollten wir kleine Entdeckungsreisen nach nebenan machen, um uns in sanfte und dennoch kraftvoll beredte Kunstdinge zu vertiefen, ja, versenken.
Warum nicht das Radierwerk des Gerenot Richter (1926–1991) in vollem Umfang entdecken? Zum Glück hat seine Witwe Ingeborg Richter den kompletten grafischen Nachlass zum Ausstellen freigegeben. Und zum doppelten Glück war eine vorzüglich edierte Katalog-Monografie pünktlich zur Eröffnung im Sommerpalais Greiz Ende März präsent. Der Berliner Kunsthistoriker Dr. Gisold Lammel interpretiert darin gründlich und kenntnisreich „Gerenot Richters gleichnishafte Bilddichtungen“. Und die etwa 60 Abbildungen ermöglichen detaillierte Einblicke in Richters Bildwelt.
Greiz ist für diese „Meister des Kupferstichs“ betitelte Ausstellungsreihe durch die hier beheimatete „Bücher- und Kupferstichsammlung“ ein idealer Ort. Zur Eröffnung umriss Dr. Lammel Wesentliches am Phänomen Gerenot Richter: Als immer schon Lehrender reifte er als ständig Lernender an den Renaissancemeistern mit Dürer an der Spitze.
Grüblerischen Naturells, zeichnete der besorgte Ethiker sein Mitempfinden mit der geschundenen Natur. Sinnlich Wahrnehmbares ins Geistige, ja, in philosophische Bereiche zu transponieren, war sein Ziel. Die in ihren überfeinerten Tonwerten auf den ersten Blick konventionelle Formsprache enthüllt auf den zweiten Blick ein Wachstumsadern und Bewegungslinien nachspürendes filigranes Geflecht.
Beim Rundgang durch den noch winterlich kühlen Gartensaal wurde mir schnell warm ums Herz. Eigene Naturerlebnisse und Kunsterfahrungen wurden schnell lebendig. Die mir ungeheuer vertraute Affinität zu wachsendem und vergehendem Holz bewegte mich mindestens ebenso sehr wie die vergleichende Kunstbetrachtung zu künstlerischen Zeitgenossen und Weggefährten.
Ist der magisch verklärte, aber handwerklich grundsolide Realitätssinn dieser Kunst mit einer Vokabel wie „modern“ überhaupt erfassbar? Prallt das ideologische Verdikt für „Realismus“ daran nicht ebenso ab wie der Vergleich mit dem gefälligen Marktgängigen? Wobei zu letzterem kurioserweise das oberflächliche Gerenot-Richter-Epigonentum eines Walter Herzog ebenso gehört wie die mit Millionenbeträgen aufgewogene Kunstproduktion eines Gerhard Richter. Der eine Richter ging aus Dresden in die weite Welt, den Kunstmarkt zu beherrschen, der andere kam von Dresden nur bis Berlin, der Ausbildung von Kunsterziehern zu dienen.
Sei es drum. Schön zu sehen, wie diese feinsinnigen Nachspürungen an Holz- und Steinformen und Wasserströmen weiterhin ein hoffentlich nicht nur sächsisch-thüringisches und berlinisches Publikum finden. Und einen aufgeschlossenen Museumshausherrn in Greiz wie Gotthard Brandler sowie einen tüchtigen Verlegerfotografen wie J. M. Pietsch mit seiner „Edition Schwarz Weiß“ in Spröda bei Leipzig.
Was übrigens Greiz und sein Sommerpalais betrifft – da gibt es noch dieses Jahr im August wieder eine Karikaturen-Triennale. Tatsächlich – und genauso ernst gemeint wie „Meister des Kupferstichs“.
Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz: Gerenot Richter.
Meister des Kupferstichs.
Abbildung: Gerenot Richter, WV II-072 Fossile Braunkohle, 1977, Radierung, 24 x 32 cm
Text: Harald Kretzschmar
„Sie haben mich mit einem Meisterwerk beschenkt, das seinesgleichen in der heutigen Grafik lange suchen wird!“ Der große, alte Bildhauer und Grafiker Gerhard Marcks formulierte gewiss keine unbedachte Schmeichelei, als er 1979 für eine Hommage dankte, die Gerenot Richter ihm über die deutsch-deutsche Grenze gesandt hatte. Dabei standen die Höhepunkte in Richters Schaffen noch bevor.
Der gebürtige Dresdner, der seit den frühen fünfziger Jahren in Berlin lebte, wäre am 5. Dezember siebzig geworden. Aber das Blatt „Herbstlicht“, das er 1989 seiner Frau widmete, hatte er schon mit letzter Kraft gedruckt. Am 5. Januar 1991 erlag er dem Krebs. Es waren nur anderthalb Jahrzehnte gewesen, in denen er das Eigentliche und Eigene seines staunenswerten Lebenswerk schuf. Dabei entstand dieses, äußerlich betrachtet, nur nebenbei. Richter bildete Kunsterzieher an der Berliner Humboldt-Universität aus und erfüllte diese Aufgabe sorgfältig und verantwortungsbewusst wie die zeitraubendenden Leitungsfunktionen, die ihm abverlangt wurden. Extern holte der promovierte Pädagoge das Malerdiplom an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee nach. Seine wahren Lehrer suchter er sich aber mit den eigenen Augen in den Werken bewunderter Vorgänger.
In den 1960er Jahren zeigte seine Kunst noch kaum auffällige Eigenschaften. Seit den frühen 1970er Jahren ging er dann seinen Einzelgängerweg. Dabei war er in seinem den Menschen zugewandten, offenen Wesen und jugendlich wirkenden Habitus das ganze Gegenteil eines sich abkapselnden Egozentrikers. Er ließ sich nur nicht abbringen von dem, womit er Gutes tun wollte. Er bewegte sich nicht in einer Strömung, ein Kunsterzieher hatte es auch nicht ganz leicht bei den „freien“ Künstlerkollegen, aber seine Gestaltungsweise sprach Kunsterwartungen an, die sich seit den 1970er Jahren nachdrücklich ausbreiteten. So wuchs ihm bei bemerkenswert vielen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, seit 1970 auch im Ausland, seit 1980 im Westen Deutschlands, immer mehr Aufmerksamkeit zu.
Der Verein Berliner Grafikfreunde INVENTOR gibt in diesen Tagen Gelegenheit zu einer anrührenden Wiederbegegnung mit seinen stillen, hintergründigen Arbeiten.
Für Richter wurden die Radierung und andere Verfahren des Tiefdrucks zum einzigen Medium, das seinen Bildvorstellungen Genüge tat. In winzigen Blättern von 4 x 5 cm, gleichsam ästhetischen Mikrochips, brachte er ganze Landschaften unter; große Blätter von 50 x 65 cm füllte er mit Wunderwelten präzise gezeichneter Dinge, feinster Helligkeitsstufen und ins Unendliche strömender Raumtiefen. Natur und Menschenwerk, sprich Kultur, Wachstum und Absterben oder jähe Zerstörung, Gegenwart, Geschichte und Zukunftssorgen waren die gedanklichen Pole, in deren Spannungsfeldern sich seine Bildfantasie entzündete. Er lässt uns an seinem Staunen über den Formenreichtum von Steinen, Bäumen, Blumen und Häusern teilhaben und entdeckt uns, dass die Dinge nicht nur sie selbst sind, sondern auch Gleichnisse werden können. Die bizarren Folgen von Natur- oder Kriegskatastrophen („Nach dem Sturm, 1980-1981); „Berliner Ruinen (1985 bis 1987) waren nicht bloß ein Reiz für Künstleraugen. Sie lösten Gedanken- und Assoziationsketten aus. Viele Künstler beschwören mit Motivzitaten einen Kulturwert, damit er nicht verloren gehe. Gerenot Richter versteckte sie auf einzigartige Weise in „Weltlandschaften“ von überbordender, wuchernder Fülle. Er bewunderte Dürer und Altdorfer, Bruegel, Herkules Segher, Caspar David Friedrich wie Klimt und Magritte.
Die „Strandläufer“ von 1976 bis 1981 hatten noch einen wagemutigen Schwung ins verlockende Weite und Helle. Vom windumwehten Torso einer vorwärtsschreitenden griechischen Göttin fliegt eine Möwe auf. Das Beunruhigende der dunklen Wolken, der erkalteten Gestirne in anderen Blättern begreifen wir im Rückblick besser als damals. In den großen Radierungen von 1983 bis 1988, mehrere als „Gleichnis“ betitelt, in denen sich Richters Schaffen in einem mächtigen Aufschwung vollenden musste, sehen wir jetzt, wie das Dunkle übermächtig wurde. Immer krausere, gespenstisch anmutende Vegetation wächst die Figurenzitate zu, Bäume brechen, Parks verwildern in ahnungsvoller Trauer. Es waren Bilder auf das Ende zu.
Im Individuellen das Zeitgeschehen, im Ausschnitt einen Weltzusammenhang erfassbar machen, war Schaffensmaxime dieses Romantikers mit scharfem Verstand. Indem er sie verwirklichte, hinterließ er einen Beitrag zur Kunstgeschichte von außergewöhnlichem Rang und symptomatischer Gültigkeit.
Autor: Prof. Dr. Peter H. Feist
erstmals veröffentlich in: „Neues Deutschland“ vom 03.12.1996
(Abschrift des Zeitungsartikels für diverse Veröffentlichungen)
Abbildung:
Gerenot Richter, WV II-304 Herbstlicht (für Ingeborg),
1989, Radierung und Aquatinta, 50 x 65 cm
Die Ausstellung wurden an zwei Orten gezeigt:
Studio Bildende Kunst, Berlin-Lichtenberg, John-Sieg-Straße 13 (bis 15.12.1996);
Bürgerhaus Glienicke / Nordbahn, Moskauer Straße (bis 21.12.1996)
„Bei der stillen Betrachtung der Grafiken von Gerenot Richter, ertappe ich mich, dass ich mal bei diesem, mal bei jenem Blatt länger verweile. Der Blick wird von einer feinnervig faszinierenden Bildwelt eingefangen, wandert in einer grafischen Urnatur, die man meint, so noch nicht wahrgenommen zu haben. Das stete Erstaunen über diese Üppigkeit an Geschautem und Erfundenem gipfelt in einem Wort ersten und naiven Reagierens: Merkwürdig!
Greifen wir auf dieses Wort zurück, so sprechen wir es, meist an uns selbst gerichtet, mit einer gewissen Verzögerung aus und verleihen damit unserer einsetzenden Nachdenklichkeit Ausdruck, über die wir in diesem Moment selbst verwundert sind.
Die Grafiken von Gerenot Richter konfrontieren den Betrachter in vielerlei Hinsicht mit Merkwürdigkeiten. Bei Bildern, die auf den ersten Blick beiläufig erscheinen, verfängt sich unser Sehen sofort in der eigenartigen Ausdrucksweise des Künstlers. Mit dem dichten Heranrücken an die sichtbare Wirklichkeit, dem scheinbar klaren und akribischen Darstellen gibt uns Richter eine Markierung besonderer Art: Er zeigt uns, was er das Merkens für würdig befunden hat. Er ist unterwegs gewesen für uns, hat in Abgeschiedenheit etwas entdeckt und für uns aufbereitet, ein Hieronymus im Gehäuse. Am Ergebnis lässt er uns teilhaben. Die Bildsprache Richters mit all ihrem grafischen Reichtum an Strukturen und Schraffuren, den Wucherungen und Durchbrüchen in den verschiedenen Raumebenen, den Verschiebungen der Perspektiven, der Detailversessenheit und verblüffenden Authentizität, alles zielt auf ein demutvolles Anschauen der Welt, konstatierende Akzeptanz und freudig-fleißig Huldigung in einem.
Spätestens hier, bei der Wahrnehmung einer solchen Fülle, spürt der Betrachter, dass in dieser Bildwelt ein Geheimnis stecken muss, ein rätselhafter Wert, vom Künstler für würdig befunden uns auf ein seltsam und auf seltsame verwunderliche, vielleicht sogar märchenhaft verwunschene Weise mitgeteilt zu werden. Vielleicht steckt der Wert sogar im Suchen …, wer weiß.
Etwas zu merken, sprich zu entdecken, und ihm den Rahmen eines Wertes zu geben, eben das Hervorzaubern von Merkwürdigkeiten, hat die Gabe genauen Beobachten, vertieften Betrachtens und besinnenden Denkens zur Voraussetzung. Diese Sensibilität des Sehens und Fühlens besaß Richter in hohem gerade Punkt der Vergleich zwischen den Zeichnungen und den Druckgrafiken belegt nicht nur die Variabilität in den Bildfindungen, sondern ebenso die Verdichtung der Bildideen. Da sind auch didaktische Momente spürbar, denn als einfühlsamer und konsequenter Pädagoge nutzte Richter seine Mittel bewusst zur behutsamen Führung des Betrachters, und er wusste sicher auch um die Möglichkeiten der sanften Verfügung, der sich der Kunstfreund gern hingibt, wenn er in handwerkliche Perfektion und geistvollen Hintergrund schwelgerisch eintauchen darf.
In diesem Zusammenhang ist auf die Besonderheit der häufigen Bildzitate bei Richter zu verweisen. In den wunderlich entrückten, rauschhaft knospende oder katastrophal vergehende Natur zeigenden Bildern, sind in Durchblicken, Höhlungen oder Inseln plötzlich Entdeckungen anderer Art auszumachen: Wir erkennen und begrüßen mehr oder weniger bekannte Figuren als kunstgeschichtliches Zitat. Der Bogen spannt sich von Dürer bis Picasso. Die Zitate sind Verbeugungen und versteckte Hommagen. Gemeinsam ist den 'Gästen' dass ihre Metaphorik gewahrt bleibt und in der neuen Umgebung weiterreichende Bedeutung, manchmal auch mit aktuellem Bezug, erhält. Dieses Zitieren längs durch die Kunstgeschichte verweist auf Traditionslinien, in deren künstlerischen und ethischen Anspruch sich Richter selbst sah und verpflichtet fühlte. Er verwob die Figurationen seinem Hauptthema, der Dialektik des Werdens und Vergehens. Die intellektuellen Zugaben haben manchmal etwas Schemenhaftes, fabulierend Spielerisches, ohne dass der Grundzug des melodiös Melancholischen, des skurril Dionysischen oder des zumeist staunend Hymnischen infrage gestellt wäre. Die Lobpreisung des Lebens und der Natur vollzog Richter mit naiver Ehrfurcht und humaner Verantwortung.
Angesichts der allgemeinen Zivilisationskrise sind die Bilder Gerenot Richters mit eigenwilliger Ästhetik vermittelte Signale, deren Ethos des Bewahrens und der Besinnung auf Werte, die zum Reichtum des menschlichen Daseins gehören, merkwürdig und vernünftig erscheint.“
Roland Berger in: Gerenot Richter. Katalog zur Ausstellung Studio Bildende Kunst Berlin Lichtenberg und Bürgerhaus Glienicke / Nordbahn, 1996
Herausgeber: INVENTOR e.V., Redaktion Helmut Müller, Gestaltung Marc Berger
Abb. aus dem Katalog: WV II-127 Merkwürdige Gestalten (Äußerst merkwürdig), Radierung und Aquatinta, 1980
II-041 Rügen '74 (terra mater) *
II-042 Rügen '74 (Wissower Ufer)
II-043 Rügen '74 (Muglitz)
II-044 Rügen '74 (Freetz) *
II-045 Rügen '74 (Bakenberg)
II-060 Am Ball bleiben – Putbus
II-068 Rügen '74 (Putbus)
II-086 Usadel II *
II-092 Unter hohem Himmel *
II-139 Badende
II-278 Feldweg
II-287 Waldsaum
II-301 Schloßruine Muskau
II-302 Strandläufer
II-303 Bautzen
Folge Zwölf Torsi
im Zusammendruck von 12 Platten
II 172 bis II 176 und II 179 bis II 185
Berlinansichten
II-194 Spreeathen
II-240 Spreeathen II
II-083 Museumsinsel
II-214 Die Uhr im Lesesaal *
II-223 Berliner Mahnmal (Synagoge) *
II-242 Drei Grazien (Friedrichstadtpalast) *
II-244 Artem non odit nisi ignarus (Neues Museum) *
III 261 Berliner Dom (Die neue Friedrichsbrücke)
NV III o.T. (Baustelle am Marx-Engels-Platz), Filzstift blau, ca. 1967
o.T. (Lausitzer Landschaft), Gouache auf mit Beize grundiertem Papier Park Hohenrode, Bleistift, 1980
III Schloß Burgk, Bleistift, Graphit, 1981
Putbus (Am Ball bleiben), Aquarell (nicht im Werkverzeichnis)
NV III Putbus (Am Ball bleiben), Bleistift
sowie weitere acht Aquarelle und Gouachen, 2. Hälfte 60er Jahre
Leihgeber: Ingeborg Richter, Roland Berger, Volkhard Böhm, Michael Drewelow, Helmut Müller
Aus der Folge Nach dem Sturm
II-131 Nach dem Sturm I
II-132 Nach dem Sturm II
II-140 Nach dem Sturm III
II-153 Nach dem Sturm VI
Aus der Folge Berliner Ansichten
II-083 Museumsinsel
II-187 Museumsinsel bei Nacht
II-214 Die Uhr im Lesesaal
II-215 Gruß aus Berlin (Schauspielhaus)
II-223 Berliner Mahnmal
II-240 Spreeathen II
II-242 Drei Grazien (Friedrichstadtpalast);
II-244 Artem non odit nisi ignarus (Neues Museum)
II-261 Die neue Friedrichsbrücke (II)
II-199 Stilleben mit Tuch – für K. K.
II-287 Waldsaum
II-297 Verlassenes Gehöft
II-100 Fragmente I
II-100b Fragmente II
(im Werkverzeichnis nicht einzeln ausgewiesen, Zusammendruck mit II-100 Fragmente I
II-005 Rummelplatz
II-037 Stilleben am Grubenrand
II-046 Trauender Eros
II-050 Die Höhle
II-052 Tagebaulandschaft
II-053 Spanien ‘75
II-054 Schwerer Anfang
II-056 Nowgorod [Abbildung zu diesem Beitrag]
II-068 Rügen ’74 (Putbus)
Einführung im Katalog von Inga Kerkin
Gerenot Richter konzentriert sich seit einigen Jahren in seiner künstlerischen Arbeit bewusst auf die Radierung. Im Beherrschen aller Feinheiten dieser Technik erreicht er eine kaum zu übertreffende Intensität. Diese Tatsache lässt ihn zum Außenseiter im Bild Berliner Kunst werden, denn nur vereinzelt streben Berliner Künstler eine ähnliche Präzision an.
Die unterschiedlichen Möglichkeiten der Radierung von der Kaltnadel, der Strichätzung über die Aquatinta bis hin zu anderen Tiefdrucktechniken wie der Vernis mou (Weichgrundätzung, Anmerkung der Redaktion) und Mezzotinto hat er systematisch erprobt und seinen Intentionen entsprechend verwendet.
Die Verknüpfung von Linearem und Malerischem ist für seine Radierungen typisch geworden. Eine gegenstandsdefinierende Zeichenweise korrespondiert mit feinsinnig differenzierten Tonwerten, wobei die Skala seiner Grautöne sehr umfangreich geworden ist. Selten werden Farbwerte mit einbezogen, mitunter entscheidet er sich für eine Tönung der ganzen Platte.
Konkrete Naturvorbilder der Landschaft sind Ausgangspunkt für Gerenot Richters Radierungen. Er versucht sie in exakter detailreicher Zeichenweise zu erfassen. Die im Detail gefundenen grafischen Lösungen bestimmen oft den Reiz seiner Blätter. Die Realität bleibt bei Gerenot Richter nicht ohne metaphorischen Tiefsinn und veristischen Sachwert. Dabei kommt es zur Verschlüsselung von Bildgleichnissen. In ihnen begegnen sich Natur, Mensch und Künste. Direkte Zitate verknüpfen die Kunstgeschichte mit der Gegenwart. Gerenot Richter sucht immer wieder Traditionslinien für seine Arbeit. Sie führen von der Renaissance über die Romantik bis hin zu zeitgenössischer Kunst. So wurden Albrecht Dürer, Caspar David Friedrich, Otto Runge, Otto Dix und Franz Radziwill von ihm auf einem Blatt, „Das Neugeborene“, zusammengeführt.
Jede Grafik Gerenot Richters hat ihr Geheimnis. Nur dem aufmerksamen Betrachter zeigen sich versteckte Figuren und Gesichter. Zuweilen geht ein Hauch von Wehmut über die Vergänglichkeit von seinen Grafiken aus. Letztendlich ist bei Gerenot Richter auf den ersten Blick sorgsam wiedergegeben erscheinende Naturbeobachtung gleichnishafte, fantastische Poesie.
Abbildung zu diesem Beitrag: Gerenot Richter WV II-105 Das Neugeborene – Hommage zum Jahr des Kindes, 1979 / 1980, Farbradierung auf zwei Platten, Kaltnadel, 36 x 47 cm
Eröffnung der Ausstellung in Anwesenheit des Künstlers
II-245 Manneken Pis (Antwerpen) *
II-282 Begegnung (Bremer Iris) *
Folge „… und die Erde wird lange feststeh‘n und aufblüh‘n im Lenz.“
II-286 Alter Obstgarten
II-287 Waldsaum
II-288 Üppiger Wuchs *
II-289 Torsi im Stadtpark *
II-291 Villa im Bärenklau *
II-292 Bergstraße *
II-293 Parkwege *
II-294 Parkmauer *
II-295 Tümpel *
II-296 Schloßpark *
II-297 Verlassenes Gehöft *
II-300 Bäume am Feldrand *
II-304 Herbstlicht (für Ingeborg)
[* in Exponatliste im NV-Verzeichnis Private Künstlernachlässe Brandenburg aufgenommen]
Seine Radierungen, Aquatinten und Kaltnadel-Arbeiten geben poetisches Zeugnis von der Urgewalt der Natur, der Zeitlichkeit alles Lebendigen, der Endlichkeit menschlichen Tuns. Sie erfordern bei ihrer Betrachtung Muße bzw. haben diese zwangsläufig zur Folge. Du kannst dich der verhaltenen Melancholie der Blätter kaum entziehen, gehst in Dich gekehrt, wacher, sinnlich reicher aus dieser stillen Zwiesprache hervor.
Die (in der Ausstellung) gezeigten Kaltnadel-Arbeiten, Aquatinten und Radierungen sind dem Schaffen eines Mannes geschuldet, der in unvergleichlicher Weise leidenschaftlicher Künstler, verlässlicher Mensch, wacher Zeitgenosse, begnadeter Lehrer war. Mehr als 30 Jahre wirkte er am Institut für Kunstpädagogik der Humboldt-Universität … 1969 saß ich als schüchterne Oberschülerin im Eignungsgespräch der künstlerischen Aufnahmeprüfung zum Studium der Kunsterziehung dem seinerzeit schon bekannten Grafiker, Hochschullehrer gegenüber: Er war mir von Beginn an in seiner leisen, feinsinnigen Art sympathisch. Ohne die sensible Einfühlung, die behutsame Nachfrage durch Gerenot Richter, ohne sein wunderbares Lächeln, das Mut machte, hätte ich wohl kein Wort herausgebracht, geschweige denn meine mitgebrachten künstlerischen Übungsblätter zu kommentieren vermocht … Studium, Forschungsstudium, Assistententätigkeit meinerseits in den folgenden Jahren machten uns zu Kollegen. Respekt, menschliche Wärme, Freundschaft – diese Stichworte vor allem charakterisieren meine Beziehung zu Prof. Gerenot Richter …
Unvergessen wird mir ein Gespräch bleiben, das wir – er, der verehrte Professor und ich, die Studentin – auf einer Bahnfahrt unterwegs nach Rügen ins künstlerische Praktikum hatten. Sommer 1974: mein Vater war gerade ein halbes Jahr vorher gestorben, meine Mutter, damals wenig älter als ich heute, blieb ohne den Lebensgefährten zurück. – Auf meine, ihn sichtlich überraschende Frage nach der Liebe, der großen Liebe des Lebens, erzählte er mir von seiner Frau Ingeborg, ihrer ersten Begegnung und dem Leben mit ihr. Wohlwissend um meinen Schmerz, um den Verlust des Vaters, die Sorge um die Mutter und die leise Angst einer 23-Jährigen, der erfüllten Liebe selbst nicht mehr zu begegnen, sprach er aufrichtig, ein wenig befangen, voll Lauterkeit über seine Gefühle … Wer ihn so erlebt hat, wird verstehen, warum ihn seine Studenten nicht nur verehrten, sondern ihm zugeneigt waren.
1990 schrieb er mir zur Antwort auf meinen Neujahrsgruß, eine Farbfotografie, die meinen 10-jährigen Sohn vor einem 100-jährigen Efeu-Baum an der historischen Stadtmauer Templins zeigt: „Eine gelungene Bildidee: Wie erhaben ist doch die Natur und der Mensch, ihre Krönung, ein Teil von ihr.“ Diese für mich letzten Worte Gerenot Richters kennzeichnen treffend die inhaltliche Gerichtetheit, die Grundstimmung, die vielen seiner künstlerischen Arbeiten innewohnt …
Ausstellung in der Werkstattgalerie b.(tont)
und im Café KaD Kadiner Str. 11 und 16 im Februar 1992
Am 5. Januar jährte sich der Sterbetag des Künstlerischen Professors Gerenot Richter. Am ehemaligen Institut für Kunstpädagogik unserer Universität haben viele Studierende sein eigenwilliges Vorbild in Lehre und Praxis erleben können. Lange Jahre war er ihnen ein Cicerone für die wunderbaren und geheimnisvollen Entdeckungsschritte auf das weite Feld der Künstlerischen Druckgrafik.
Wer die grafischen Lehrräume in der Burgstraße 26 betrat, wurde einfühlsam an den Umgang mit Materialien, Werkzeugen und die Bedienung der Handpressen herangeführt. Professor Richters kundige Demonstration der grafischen Arbeitsprozesse hat dazu ermutigt, die Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks in der Radierung und Lithografie zu erproben. Es war ein bezwingendes Erlebnis, wenn man dem tätigen Künstler Gerenot Richter bei seiner eigenen Druckarbeit zuschauen konnte; das Leuchten in den Oberlichtfenstern in der Burgstraße morgens oder spätabends war sichtbares Zeichen.
Angesichts seiner Kraftanstrengungen beim Kurbeln der Steindruckpresse, seiner hörbaren Mühe beim Bewegen des großen Sternrades schien es geboten, das interessante fachliche Gespräch beim Über-die-Schulter-Schauen nicht unmäßig auszudehnen, denn die Aufforderung zu Leistung und selbstgewählter Pflicht übertrug sich schnell.
Berührt von seiner freundlichen Nähe und angeregten Offenheit, konnte man bei der Betrachtung seiner kostbaren grafischen Blätter zugleich eine Ahnung von den ihn quälenden Veranlassungen und beglückenden Inspirationen für sein künstlerisches Wollen bekommen.
Gerenot Richters Lebenserfahrung und seine Betroffenheit um die bedrohte Menschlichkeit und seine Empfindungen von verletzter Natur ließen ihn in demütiger Anschauung und hintersinniger Betrachtung gedruckte Bilder schaffen, in denen erlebte landschaftliche Erscheinungen mit stigmatisierten Naturformen – oft im Zitat – und poetische Deutungen von ihm verehrter Kunstwerke gleichermaßen aufgehoben sind.
Sein Traditionsbewusstsein mit dem Anspruch tugendhaft-naturalistischer Beharrlichkeit verband er mit dem Glauben, als Lehrender ein exemplarisches Vorbild sein zu müssen. Mit Liebe zu gepflegtem Werkzeug führte er detailfreudig – stetig lupenkontrolliert – die spitze Nadel im Widerstand zur polierten Metallplatte und schuf bestechende Druckwerke.
Wenngleich der Studiengang Kunstpädagogik an die Hochschule der Künste überführt wurde, bleibt unserer Universität die Ausstattung einer Grafischen Werkstatt erhalten. Mit diesen Arbeitsmitteln, welche dem neugegründeten Seminar für Künstlerisch-Ästhetische Praxis überantwortet wurden, bleiben die Möglichkeiten der grafischen Arbeit für die Studentenausbildung bewahrt und eine Weiternutzung im Sinne Gerenot Richters garantiert.
Ruth Tesmar in der Zeitung der Humboldt-Universität von 1992 zum 1. Todestag von Gerenot Richter
Aus der Folge Strandläufer
II-061 Strandläufer I *
II-062 Strandläufer II *
II-130 Vaters Uhr - 6 Steine *
Folge Nach dem Sturm *
II-131 Nach dem Sturm I
II-132 Nach dem Sturm II
II-140 Nach dem Sturm III
II-141 Nach dem Sturm IV
II-142 Nach dem Sturm V
II-153 Nach dem Sturm VI
Gleichnisse *
II-188 Gleichnis I
II-192 „Ging heut’ morgen übers Feld“ (Gustav Mahler 1884),
Radierung und Radierung und Aquatinta
II-210 Der ungetreue Hirt (Hommage à Bruegel)
II-222 Gleichnis II (Die Blinden)
II-263 Gleichnis III (Eustachius)
II-282 Begegnung (Bremer Iris)
II-304 Herbstlicht
Aus der Folge Berliner Stadtansichten | Berlinansichten
II-214 Die Uhr im Lesesaal *
II-223 Berliner Mahnmal (Synagoge) *
II-242 Drei Grazien *
II-245 Manneken Pis *
III-035 Muglitz (Rügen)
III-051 Graphische Übung (Finken)
III-052 Plastischer Versuch (in der Ausstellung o. T.)
III-058 Plastische Formen (in der Ausstellung o. T.)
III-069 Straße nach Petersdorf (Nordhausen)
III-073 Baumpyramide (Nordhausen)
III-086 Dachboden, Schloß Burgk
III-090 Wurzel am Hang
III-096 Neptun im Walde (in der Ausstellung unter dem Titel Landschaft mit Neptun)
III-112 Schloß Weißensee
III-113 Weiher bei Milkel
III-132 Parkmauer von Schloß Neschwitz
Flyer zur Ausstellung mit Text von Gisold Lammel
[* in Exponatliste im NV-Verzeichnis Private Künstlernachlässe Brandenburg aufgenommen]
II-245 Manneken Pis
II-304 Herbstlicht

Aus der Folge Lausitzer Landschaften
II-252 Heller Morgen
II-253 Füllhorn und leere Scheuer
II-256 Gemäuer (Abbildung auf dem Plakat zur Ausstellung)
Die Folge „Alles verfault, was ohne Wurzeln ist.“ (Jewgeni Jewtuschenko)
II-270 Lichtung
II-271 Grabmal
II-272 Obelisk
II-273 Weidentorsi
II-274 Pflaumenhain
II-276 Dorf
II-277 Weiher
II-278 Feldweg
II-279 Straßenbäume
II-280 Viehweide
Die Folge „... und die Erde wird lange feststeh’n und aufblüh’n im Lenz.“ (Gustav Mahler)
II-286 Alter Obstgarten
II-287 Waldsaum
II-288 Üppiger Wuchs
II-289 Torsi im Stadtpark
II-291 Villa im Bärenklau
II-292 Bergstraße
II-293 Parkwege
II-294 Parkmauer
II-295 Tümpel
II-296 Schlosspark
II-297 Verlassenes Gehöft
II-300 Bäume am Feldrand
Er war ein nobler Mann. Von einer leisen, taktvollen, feinsinnigen Art. Dem das Grelle ebenso fremd zu sein schien wie Denunziation und Marktgeschrei. Gerenot Richter bot sich nicht an, er war da. Auch für uns. Mehr als zehn Jahre hindurch betreute er, was zum Besten der Jungen Welt zu rechnen ist, die hauseigenen Grafik-Serien, und leicht gemacht wurde es weder ihm, dem Berater und Gutachter, noch den Künstlern und Redakteuren.
Wenn es nur das Geschmäcklerische gewesen wäre, das sich zum Scharfrichter aufschwang über wochenlange Mühen um ein grafisches Blatt, könnte man noch im Nachhinein darüber lächeln, aber es war der jämmerliche Untertanen- und Karrieregeist, der die Urteile diktierte, manches verhinderte oder verbot. Im Namen des Klassenkampfes. Wer wird das später begreifen? Wer wird ermessen können, wie schwer angesichts dessen auch Prof. Gerenot Richters Geduld wog? Bis es nicht mehr ging, weil die Borniertheit in Ekstase geriet. Das war 1985, der Internationalen Grafikserie zu den Weltfestspielen in Moskau folgte die JW-Inquisition, die sich natürlich nicht an ihm austobte, ihn aber betraf.
So verloren wir einen lauteren Menschen, einen verläßlichen Partner und leidenschaftlichen Künstler. Der Schatten jener Schuld trifft uns heute ebenso wie sein früher Tod. Trotz unheilbarer Krankheit arbeitete er bis zuletzt an seinen filigranen Radierungen: Blumen, Büsche, Bäume in verschwenderischer Fülle und Vielfalt, blühend, verletzt, abgestorben. Werden und Vergehen. Nicht wie es dem Kreislauf der Natur entspräche, sondern Willkür und Ignoranz des Menschen entspringt.
Dies ist eine Botschaft für den wachen Betrachter, dem sanften Maler und Mahner gemäß. Verlieren wir sie nicht aus den Augen.
Angelika Griebner in der Zeitung „Junge Welt“ vom 11. Januar 1991
Matthias Mende 1990 in DÜRERIANA
Ein Mann der Stille, der Wehmut und der leisen Töne. Im hektischen westlichen Kunstbetrieb übersehen – was zählen schon intellektuelle Fähigkeiten und technische Brillanz? Als wir ihn 1980 für unsere Ausstellung „Dürer A – Z“ entdeckten, zählte sein druckgrafisches Werk schon über zweihundert Nummern. Seitdem wuchs es weiter, imponierendes Alterswerk eines Mannes, der weiß, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt.
Mit Dürer, überhaupt mit der Kunstgeschichte, erweist sich Gerenot Richter als vertraut. Es gibt wohl gegenwärtig keinen Radierer, der Dürer als Zeitgenossen so selbstverständlich akzeptiert. Richter hat den meisten voraus, dass er den Gesang der Meerjungfrauen hören kann. Er schaut hinter den gekrümmten Horizont, stößt in Bereiche des Vergeistigten vor. Dabei ist er „Realist“ und absolut kein Träumer. Seine kleinteilige Kunst zwingt zum genauen Hinsehen. Nichts für Ungeduldige und Kurzsichtige!
Auf den ersten Blick sieht man nur Strandgut, vom Wasser ausgelaugte, verrottete Pfähle. Bei längerer Betrachtung erwacht das tote Holz zu spukhaftem Leben, man glaubt Gesichter zu sehen, wo eben noch Maserung war. Gedanken an die Vergänglichkeit der Welt stellen sich ein. Verblüfft wird man gewahr: Der Wolkenhimmel ist anaturalistisch, steht Dürer'scher Linienkunst näher als Naturschauspielen, wie man sie von den Küsten kennt. Ins sureale kippt die Szene, identifiziert man die Hauptgruppe aus Dürers „Meerwunder“, die links am äußersten Pfahl erscheint. Der dämonische Greis mit dem fantastischen Gehörn mit der jungen, von ihm geraubten Schönen auf dem Rücken. Gerade weil der Stich inhaltlich so rätselhaft ist, zog er Richter an. Schon in der zum 450. Todestag Dürers 1978 geschaffenen Radierung „Das Meerwunder“ begegnet er uns.
Der Text von Matthias Mende wurde entnommen aus:
DÜRERIANA: Neuerwerbungen der Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V. Nürnberg,
Nürnberg: Verlag Hans Carl, 1990, ISBN 3-418-00349-4, Nr. 114
Folge Burgker Miniaturen I – V *
II-147 Burgker Miniaturen I (Saalebrücke)
II-148 Burgker Miniaturen II (Weg zum Schloß)
II-149 Burgker Miniaturen III Schloßbrücke)
II-150 Burgker Miniaturen IV (Wehrgang)
II-151 Burgker Miniaturen V (Zugbrücke)
(Abbildung zu diesem Beitrag)
Gleichnisse *
II-188 Gleichnis I
II-192 „Ging heut’ morgen übers Feld“ (Gustav Mahler 1884)
II-210 Der ungetreue Hirt (Hommage à Bruegel)
II-222 Gleichnis II (Die Blinden)
II-263 Gleichnis III (Eustachius)
II-282 Begegnung (Bremer Iris)
II-304 Herbstlicht
Aus der Folge Berliner Ansichten
II-194 Spreeathen
II-214 Die Uhr im Lesesaal *
II-223 Berliner Mahnmal (Synagoge) *
II-244 Artem non odit nisi ignarus *
II-261 Die neue Friedrichsbrücke II *
II-196 Unter Bäumen I *
II-202 Unter Bäumen II
II-209 Sommer mit M. S. *
II-213 D 1500 Das Meerwunder
II-239 Er - sie - es
II-245 Manneken Pis (Antwerpen) *
Aus der Folge Blüten aus Knollen und Zwiebeln nach Hortus Eystettensis, Basilius Besler, Anno MDCXIII
[als Zusammendruck II, von 12 Platten]
II-227 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Anemone
II-229 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Paeonia
II-230 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Hippeastrum
II-232 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Lilium
II-233 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Gladiolus
II-235 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Titelblatt
II-246 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Dahlia II
II-247 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Tulipa II
II-248 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Iris II
II-249 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Narcissus
II-250 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Hyacinthus
II-251 Blüten aus Knollen und Zwiebeln - Cyclamen
Aus der Folge Lausitzer Landschaften I – IV
II-252 Heller Morgen *
II-253 Füllhorn und leere Scheuer *
II-256 Gemäuer *
Folge „Alles verfault, was ohne Wurzeln ist.“ (Jewgeni Jewtuschenko)
II-270 Lichtung
II-271 Grabmal
II-272 Obelisk
II-273 Weidentorsi
II-274 Pflaumenhain
II-276 Dorf
II-277 Weiher
II-278 Feldweg
II-279 Straßenbäume
II-280 Viehweide
Folge „... und die Erde wird lange feststeh’n und aufblüh’n im Lenz.“ (Gustav Mahler)
II-286 Alter Obstgarten
II-287 Waldsaum
II-288 Üppiger Wuchs *
II-289 Torsi im Stadtpark *
II-291 Villa im Bärenklau *
II-292 Bergstraße *
II-293 Parkwege
II-294 Parkmauer *
II-295 Tümpel *
II-296 Schlosspark *
II-297 Verlassenes Gehöft *
II-300 Bäume am Feldrand *
*Diese Exponatliste (59 Arbeiten) entspricht dem aktuellen Stand der Recherche und befindet sich derzeit noch in Bearbeitung.
Die Exponatliste ist mit den Einzelseiten der Werke von Gerenot Richter auf dieser Website verknüpft. Dort finden Sie alle notwendigen Angaben zum jeweiligen Werk sowie künftig viele weitere Informationen.
[* in Exponatliste im NV-Verzeichnis Private Künstlernachlässe Brandenburg aufgenommen]
Die Folge der „Burgker Miniaturen I – V“ entstand 1981 als Ergebnis eines Studienaufenthalts von Gerenot Richter auf Schloß Burgk. Eingeladen hatte ihn Lothar Lang, der zu dieser Zeit Direktor des Museums Schloss Burg war und als „Papst“ der Kunstkritik in der DDR galt.
Ingeborg Richter, die ihren Mann begleitete, erinnert sich, dass er während der ganzen Zeit des Aufenthalts wie ein Besessener gezeichnet habe, beinahe jede Stunde des Tageslichts nutzend.
Die Burgker Miniaturen stehen zudem in Verbindung mit einer Folge fünf weiterer, erheblich größerer Aquatinta-Radierungen (21 x 29 cm), die ebenfalls Gebäude und Umgebung von Schloss Burgk zeigen.
Burgker Miniaturen
II-147 Burgker Miniaturen I (Saalebrücke)
II-148 Burgker Miniaturen II (Weg zum Schloß)
II-149 Burgker Miniaturen III Schloßbrücke)
II-150 Burgker Miniaturen IV (Wehrgang)
II-151 Burgker Miniaturen V (Zugbrücke)
Die Folge befindet sich ganz oder teilweise in folgenden Sammlungen: