NV III
o. T.
1976 

Feder, schwarz 

15,5 x 11 cm

NV III
Phantasielandschaft I
1976 

Feder, schwarz 

13 x 12 cm

NV III
Wegzeichen
(1975)
Bleistift
42,5 x 24,5 cm

Diese Erinnerung an L. erscheint wie eine Erinnerung an den deutschen Expressionismus. Prof. Dr. Gerenot Richter weiß Gestaltungsmittel dieser großen Zeit deutscher Grafik einzusetzen, jedoch ohne den Eigensinn des nur Nachvollziehenden, des aus Vorliebe oder zumindest Neigung der Handschrift expressionistischer Künstler folgenden Nachkommen.

Der goldene Schnitt des Kompositionsprinzips soll offensichtlich der Bildzuordnung und der Ordnung jener gleichsam messerscharf parallel gezogenen Strichlagen dienen, die, einander kreuzend, der Radierung aus dem Jahr 1975 Idyllik und Beschaulichkeit verwehren.

Es herrscht ein merkwürdiges Verhältnis von Lichtführung und Plastizität, Schattenschlag; Spiegelung, Beleuchtung insgesamt blieben nicht unbeachtet, sind aber als Flächenwerte betont eingesetzt worden. Die Spannung von Illusionierung und grafischem Impetus, Darstellung und zeichnerischer Eigenwilligkeit wirkt fast zu groß; Verzerrung und Manier unleugbar.

Bei einer so gearteten Betrachtung jener „Erinnerung“ wird notgedrungen das subjektive Bewusstsein nicht reproduziert werden können, dem die furiose sich in Helligkeit und Formkontrastierung äußernde Gestaltung einer Reminiszenz entsprang. Manches an dieser Radierung wirkt dekorativ im Wortsinn, schmückend als grafischer Reiz. Das Expressive endet an dieser Stelle zugunsten der Brillanz. Geschickt und gestaltungssicher ist der obere Bildrand nahe an die Baumgruppe herangeführt; Gerenot Richter erzeugt durch diesen Kunstgriff eine wirkungsvolle Unterbrechung der Horizontale. Es lohnt, solcher Finessen innezuwerden, um die geübte Hand zu erkennen, die einer Erinnerung so schwungvolle Form verlieh.

in: Berliner Zeitung vom 20./21. November 1976, Autor: Horst-Jörg Ludwig


Erinnerung an L. hatte Gerenot zu einem Wettbewerb der Berliner Zeitung eingereicht, bei dem die Leser die Auswahl für den Preis mitstimmen konnten. Siegerin wurde die Gebrauchsgrafikerin, Buchgestalterin und Illustratorin Renate Herfurth (1943-2009) mit der Farb-Lithografie „Fast zu ernst“. Gerenot belegte nach Anzahl der Zuschriften mit seiner Arbeit den 2. Platz. Der dritte Platz ging an Karlheinz Effenberger (1928-2009) mit der Aquatinta-Radierung „Schwerin“.

Ingeborg Richter

NV III
o.T. (Trauernder Eros)
1974 

Feder, schwarz, grün
(Skizze aus einem Notizbuch)

20 x 13,5 cm

NV III
Zwei gestutzte Bäume mit Grabkreuz, Rügen
(1974) 

Bleistift

42 x 29,5 cm

NV III
Vier Berlinerinnen
(1974)
Feder, schwarz / Tusche, blau
27,5 x 42,5 cm

NV III
In einer Sitzung
[Titel stammt von der Witwe des Künstlers]
1972 

Kugelschreiber, blau

[Skizze aus einem Notizbuch]
25,5 x 18,5 cm

NV III
Budapest
(1972) 

Kugelschreiber, schwarz 

18 x 29 cm

NV III
Bautzen
(1973)

Skribent, schwarz

30 x 42,5 cm
Sammlung: Nachlass-Archiv

NV III
Jasmunder Bodden (1)
(1972)
Kugelschreiber, blau
21 x 27 cm
NV III
Jasmunder Bodden (2)
(1972)
Kugelschreiber, blau
20,7 x 26,8 cm

NV III
Blick aus dem 5. Stock
des Hauses Burgstraße 26
1969 

Pinsel, schwarz
30 x 42 cm

NV III
Haus der Jungen Welt –
Mohrenstraße 36/37
(1971)

Kugelschreiber, blau
[Seite aus einem Skizzenbuch] 

20,9 x 16,9 cm
NV III
Haus der Jungen Welt –
Mohrenstraße 36/37
(1971) 

Kugelschreiber, blau 

[Seite aus einem Skizzenbuch]
21,1 x 16,9 cm
NV III
Haus der Jungen Welt –
Mohrenstraße 36/37
(1971) 

Kugelschreiber, blau 

[Seite aus einem Skizzenbuch]
21 x 16 cm

NV III
Ende der Sitzung
(1969) 

Feder, Kugelschreiber, rot
20 x 14 cm

NV III
Kleine Dorfstraße I
1966 
Feder, schwarz
30 x 42 cm
Sammlung: Nachlass-Archiv

NV III Alter Hafen an der Petri-Kirche
(1966) – Feder, schwarz, 30 x 42 cm

NV III
Kleine Stadtbrücke in der Neuen Wallstraße
(1966)
Feder, Filzstift, bläulich
30 x 42 cm
Sammlung: Nachlass-Archiv